Gestern morgen habe ich noch Carrie 2 gesehen, die Fortsetzung vom legendären ersten Teil. Das war damals (1976) eine der ersten Verfilmungen eines Stephen King Romans. Die Neufassung ist von 1999, am Plot wurde aber nichts wesentliches geändert: Außenseiter Mädchen wird von ihren Mitschülern und Mitschülerinnen übel vorgeführt und gedemütigt, so daß sie am Ende des Films durchdreht und ihre telekinetischen Kräfte dazu einsetzt, ihre Widersacher in einem großen Showdown alle nacheinander hinwegzuraffen.
Heute hat die Realität das Phantasie-Szenario längst eingeholt, statt telekinetischer Kräfte haben die Amokläufer allerdings Pumpguns. Doch solche Überlegungen sind natürlich nicht in diesen zweiten Carrie-Teil eingeflossen, der eigentlich mehr ein Remake denn eine Fortsetzung ist.
Der wesentlichste Unterschied zur ersten Fassung liegt darin, daß im Remake die religiöse Komponente völlig rausgelassen wurde. Im ersten Teil liegt die Ursache von Cariies psychischen Problemen im christlichen Fundamentalismus der Mutter, die ihre Tochter strenggläubig und weltfremd erzieht, am Ende sogar bereit ist, sie zu töten. Das paßt mehr denn je in die gesellschaftlichen Entwicklungen in den USA, wurde aber vermutlich genau deshalb beim zweiten Teil rausgestrichen.
Die Hauptprotagonistin ist Rachel, die Halbschwester der vor mehr als 20 Jahren umgekommenden Carrie. Eigentlich überflüssig zu erwähnen, daß Emily Bergl als Rachel natürlich nicht halb so überzeugend wirkt, wie damals Sissy Spacek als Carrie in der Rolle ihres Lebens.
Ansonsten ist der Plot krampfhaft auf die 90er übertragen: es fliegen CDs durch die Luft (die gab es 1976 noch nicht), man feiert nicht in einer ausgelutschten Turnhalle, sondern auf einer Privatparty in einer Upper Class Villa samt Pool; und als absoluter Lacher: Als Rachel so richtig loslegt, erscheint auf ihrem Gesicht eine Art Mehndi (im Volksmund "Henna Tattoo") *rofl*.
Links:
- IMDb-Eintrag zu Carrie (1976)
- IMDb-Eintrag zu Carrie 2 -- Die Rache (1999)
- Wikipedia-Eintrag zu Mehndi bzw. "Henna Tattoos"
Montag, April 04, 2005
Sonntag, April 03, 2005
Zur Gefahr von Unwissen in der Demokratie, Teil 3
Teil 3 -- Bis wohin sind Mehrheitsentscheidungen maßgeblich?
Wir alle wissen, daß Entscheidungen in Demokratien auf dem Mehrheitswillen basieren. Es gibt natürlich auch zahlreiche Mechanismen, welche die Interessen und Bedürfnisse von Minderheiten wahren, aber letztlich bestimmt die Mehrheit wo's langgeht, das ist nun mal ein wesentliches Element von Demokratie.
Meine ganz grundsätzliche Frage ist nun: Was ist denn, wenn die Mehrheit auf gut Deutsch durch ihre Entscheidung etwas verbockt, weil sie aufgrund mangelnder Bildung eine Fehlentscheidung trifft? Normalerweise schadet so etwas einer Demokratie nicht, falsche Entscheidungen werden dann eben revidiert. Aber was ist, wenn es sich um eine Fehlentscheidung handelt, die so weitreichend ist, daß sie in letzter Konsequenz die Demokratie abschafft oder bedroht?
Nun, zunächst hilft uns da ein Blick ins Grundgesetz. Durch die sog. Ewigkeitsklausel (Artikel 79 Absatz 3) ist festgelegt, daß bestimmte Teile des Grundgesetzes nicht einmal mit einer 2/3-Mehrheit in beiden Parlaments-Häusern abgeschafft werden dürfen. Selbst wenn es ein Deutschland eine überwältigende Mehrheit für die Änderung eines dieser Teile gäbe, könnten sie nicht aus dem Grundgesetz gestrichen werden. Es gäbe dann wirklich nur noch die Option einer Revolution, also einer Abschaffung des bestehenden Systems.
Damit es dazu nicht kommt, ist in Artikel 20 Absatz 4 das sog. Widerstandsrecht verankert, das den Deutschen das Recht einräumt, Widerstand gegen jene zu leisten, die danach trachten, die im Grundgesetz verankerte Ordnung zu beseitigen. Offenbar steht also der Mehrheitswille nicht über allem, wenn die Mehrheit demokratisch eine Entscheidung trifft, die der Demokratie abträglich ist, ist es legitim diese Entscheidung als illegal zu betrachten und Widerstand zu leisten.
Nun muß eine Fehlentscheidung aber ja nicht gleich das ganze System abschaffen, kann aber trotzdem katastrophale Folgen haben. Wenn die Mehrheit des Volkes nicht mehr den erfoderlichen Mindest-Bildungsstand erreicht, um politische und soziale Prozesse zu durchschauen, würde das nicht letztlich in den Abgrund führen?
Ich sage ja nicht, daß dieser Punkt bereits erreicht ist. Aber zwischen Pisa und Jamba frage ich mal halt schon, ob es nicht bald soweit ist. Was hätte es z.B. für einen Sinn Bundestagswahlen abzuhalten, wenn nur noch 20% der Bevölkerung weiß, was der Bundestag eigentlich ist? Ganz so schlimm ist es noch nicht, aber denkt ihr nicht auch, daß es einen Trend in diese Richtung gibt?
Links:
- Wikipedia-Eintrag zum Begriff "Ewigkeitsklausel"
- Wikipedia-Eintrag zum Begriff "Widerstandsrecht"
Wir alle wissen, daß Entscheidungen in Demokratien auf dem Mehrheitswillen basieren. Es gibt natürlich auch zahlreiche Mechanismen, welche die Interessen und Bedürfnisse von Minderheiten wahren, aber letztlich bestimmt die Mehrheit wo's langgeht, das ist nun mal ein wesentliches Element von Demokratie.
Meine ganz grundsätzliche Frage ist nun: Was ist denn, wenn die Mehrheit auf gut Deutsch durch ihre Entscheidung etwas verbockt, weil sie aufgrund mangelnder Bildung eine Fehlentscheidung trifft? Normalerweise schadet so etwas einer Demokratie nicht, falsche Entscheidungen werden dann eben revidiert. Aber was ist, wenn es sich um eine Fehlentscheidung handelt, die so weitreichend ist, daß sie in letzter Konsequenz die Demokratie abschafft oder bedroht?
Nun, zunächst hilft uns da ein Blick ins Grundgesetz. Durch die sog. Ewigkeitsklausel (Artikel 79 Absatz 3) ist festgelegt, daß bestimmte Teile des Grundgesetzes nicht einmal mit einer 2/3-Mehrheit in beiden Parlaments-Häusern abgeschafft werden dürfen. Selbst wenn es ein Deutschland eine überwältigende Mehrheit für die Änderung eines dieser Teile gäbe, könnten sie nicht aus dem Grundgesetz gestrichen werden. Es gäbe dann wirklich nur noch die Option einer Revolution, also einer Abschaffung des bestehenden Systems.
Damit es dazu nicht kommt, ist in Artikel 20 Absatz 4 das sog. Widerstandsrecht verankert, das den Deutschen das Recht einräumt, Widerstand gegen jene zu leisten, die danach trachten, die im Grundgesetz verankerte Ordnung zu beseitigen. Offenbar steht also der Mehrheitswille nicht über allem, wenn die Mehrheit demokratisch eine Entscheidung trifft, die der Demokratie abträglich ist, ist es legitim diese Entscheidung als illegal zu betrachten und Widerstand zu leisten.
Nun muß eine Fehlentscheidung aber ja nicht gleich das ganze System abschaffen, kann aber trotzdem katastrophale Folgen haben. Wenn die Mehrheit des Volkes nicht mehr den erfoderlichen Mindest-Bildungsstand erreicht, um politische und soziale Prozesse zu durchschauen, würde das nicht letztlich in den Abgrund führen?
Ich sage ja nicht, daß dieser Punkt bereits erreicht ist. Aber zwischen Pisa und Jamba frage ich mal halt schon, ob es nicht bald soweit ist. Was hätte es z.B. für einen Sinn Bundestagswahlen abzuhalten, wenn nur noch 20% der Bevölkerung weiß, was der Bundestag eigentlich ist? Ganz so schlimm ist es noch nicht, aber denkt ihr nicht auch, daß es einen Trend in diese Richtung gibt?
Links:
- Wikipedia-Eintrag zum Begriff "Ewigkeitsklausel"
- Wikipedia-Eintrag zum Begriff "Widerstandsrecht"
Samstag, April 02, 2005
Zur Gefahr von Unwissen in der Demokratie, Teil 2
Teil 2 -- Notwendigkeit und Unvermögen zwischen Meinung und Tatsache zu differenzieren
Was senorita vermutlich so stört, ist der Umstand, ständig mit ansehen zu müssen, wie irgend welche Personen ihre Meinungen kund tun, obwohl sie von dem Sachverhalt eigentlich keine Ahnung haben, z.B. weil ihn einfach das entsprechende Hintergrundwissen fehlt. Und sein wir doch ehrlich, Meinungsfreiheit hin oder her, wer kann denn behaupten, daß es ihn nicht manchmal annervt, irgend jemand über ein Thema quatschen zu sehen, von dem man selbst mehr Ahnung hat als dieser jemand?
Sicher, Meinungsfreiheit bedeutet, daß man akzeptieren muß, daß jemand unter Umständen auch eine andere Meinung hat, als man selbst. Problematisch wird es, wenn in einer Gesellschaft nicht mehr zwischen subjektiven Meinungen und objektiven Tatsachen differenziert wird. Ich kann, z.B. die Meinung vertreten, daß die Erde eine Scheibe ist. Es ist mein verbrieftes Recht, diese Meinung zu vertreten. Nur richtiger wird sie dadurch auch nicht.
Meine These ist, daß es einen Trend dahingehend gibt, daß einerseits zunehmend mehr Personen zwar ihr Recht auf eine freie Meinungsäußerung betonen, sich aber andererseits wenig dafür interessieren, ob diese Meinung auf nachweisbaren Fakten beruht. Die Faktizität wird durch die Meinung ersetzt und damit einer Beliebigkeit ausgesetzt.
Klassisches Beispiel: die Bush-Administration sagt, der Irak hätte Massenvernichtungswaffen. Es wurden aber trotz gründlicher und langer Suche keine gefunden. Das ist nicht eine x-beliebige Ansicht, sondern eine Tatsache. Trotzdem vetraten noch unmittelbar kurz vor den Präsidentschaftswahlen 72% der Bush-Anhänger die Ansicht, der Irak hätte Massenvernichtungswaffen gehabt (Quelle, siehe Link zu Telepolis-Artikel unten). Dabei konnte man zu diesem Zeitpunkt in jeder Zeitung nachlesen, daß dem nicht so war. Selbst Pro-Bush-Medien haben das irgendwann einräumen müssen. Dennoch bleibt die Mehrheit bei einer anderen Ansicht. Denn als Fakt wird nur noch anerkannt, was der eigenen politischen Ansicht entspricht. Dieser Effekt ist nicht neu, doch er nimmt zunehmend immer gefährlichere Dimensionen an. Denn wenn es nur noch um die eigene subjektive Ansicht geht und nicht mehr darum ob diese auch objektiven Tatsachen entspricht, dann ist der Rückfall in alte Zeiten nicht fern.
Jeder hat eine Meinung und trägt sie mit stolz geschwellter Brust vor sich her. Und wenn ein anderer die besseren Argumente hat, über mehr Hintergrundwissen aufgrund eines höheren Bildungsstandes verfügt, seine Ansicht mit Fakten untermauern kann -- es spielt keine Rolle, denn man hat ja seine eigene Meinung und bleibt auch dabei, komme was da wolle.
Links:
- "Bush-Anhänger zeichnen sich durch Realitätsausblendung aus", Telepolis-Artikel, 23.10.04
Was senorita vermutlich so stört, ist der Umstand, ständig mit ansehen zu müssen, wie irgend welche Personen ihre Meinungen kund tun, obwohl sie von dem Sachverhalt eigentlich keine Ahnung haben, z.B. weil ihn einfach das entsprechende Hintergrundwissen fehlt. Und sein wir doch ehrlich, Meinungsfreiheit hin oder her, wer kann denn behaupten, daß es ihn nicht manchmal annervt, irgend jemand über ein Thema quatschen zu sehen, von dem man selbst mehr Ahnung hat als dieser jemand?
Sicher, Meinungsfreiheit bedeutet, daß man akzeptieren muß, daß jemand unter Umständen auch eine andere Meinung hat, als man selbst. Problematisch wird es, wenn in einer Gesellschaft nicht mehr zwischen subjektiven Meinungen und objektiven Tatsachen differenziert wird. Ich kann, z.B. die Meinung vertreten, daß die Erde eine Scheibe ist. Es ist mein verbrieftes Recht, diese Meinung zu vertreten. Nur richtiger wird sie dadurch auch nicht.
Meine These ist, daß es einen Trend dahingehend gibt, daß einerseits zunehmend mehr Personen zwar ihr Recht auf eine freie Meinungsäußerung betonen, sich aber andererseits wenig dafür interessieren, ob diese Meinung auf nachweisbaren Fakten beruht. Die Faktizität wird durch die Meinung ersetzt und damit einer Beliebigkeit ausgesetzt.
Klassisches Beispiel: die Bush-Administration sagt, der Irak hätte Massenvernichtungswaffen. Es wurden aber trotz gründlicher und langer Suche keine gefunden. Das ist nicht eine x-beliebige Ansicht, sondern eine Tatsache. Trotzdem vetraten noch unmittelbar kurz vor den Präsidentschaftswahlen 72% der Bush-Anhänger die Ansicht, der Irak hätte Massenvernichtungswaffen gehabt (Quelle, siehe Link zu Telepolis-Artikel unten). Dabei konnte man zu diesem Zeitpunkt in jeder Zeitung nachlesen, daß dem nicht so war. Selbst Pro-Bush-Medien haben das irgendwann einräumen müssen. Dennoch bleibt die Mehrheit bei einer anderen Ansicht. Denn als Fakt wird nur noch anerkannt, was der eigenen politischen Ansicht entspricht. Dieser Effekt ist nicht neu, doch er nimmt zunehmend immer gefährlichere Dimensionen an. Denn wenn es nur noch um die eigene subjektive Ansicht geht und nicht mehr darum ob diese auch objektiven Tatsachen entspricht, dann ist der Rückfall in alte Zeiten nicht fern.
Jeder hat eine Meinung und trägt sie mit stolz geschwellter Brust vor sich her. Und wenn ein anderer die besseren Argumente hat, über mehr Hintergrundwissen aufgrund eines höheren Bildungsstandes verfügt, seine Ansicht mit Fakten untermauern kann -- es spielt keine Rolle, denn man hat ja seine eigene Meinung und bleibt auch dabei, komme was da wolle.
Links:
- "Bush-Anhänger zeichnen sich durch Realitätsausblendung aus", Telepolis-Artikel, 23.10.04
Freitag, April 01, 2005
Zur Gefahr von Unwissen in der Demokratie, Teil 1
Teil 1 -- Wahlrecht und Meinungsfreiheit an den IQ koppeln?
senorita verfolgt in ihrem aktuellen Blog-Eintrag einen interessanten, provokanten Gedanken. Sie denkt, "die Meinungsfreiheit sollte proportional zum Verdummungsgrad eingeschränkt sein". Und: "Zusätzlich sollte auch die Gewichtung von Stimmen bei Wahlen in Proportion zum IQ gesetzt werden." Sie räumt ein, daß diese Überlegungen nicht ganz ernst gemeint waren. Gehen wir es dennoch mal durch.
Zunächst stellt sich das Problem, daß sich Intelligenz nicht wirklich objektiv ermitteln läßt. Es gibt diverse Verfahren zur IQ-Ermittlung, keines ist unumstritten. Zweitens ist auch unklar, was diese Zahl dann eigentlich wirklich aussagt. Drittens kann man natürlich solche Grundrechte wie das Wahlrecht oder das Recht auf freie Meinungsäußerung nicht von der Intelligenz eines Menschen abhängig machen. Das würde den Gleichheitsgrundsatz verletzten und zudem die Gefahr bergen, daß die Demokratie in eine Diktatur der Intelligenten über die weniger Intelligenten verkommt. Nur weil Person A intelligenter als Person B ist, folgt daraus ja nicht automatisch, daß Person A ein besserer Mensch ist, der sein Stimmenübergewicht dazu nutzt ganz uneigennützig auch im Sinne von Person B zu entscheiden. Letztlich wäre es ein sozialdarwinistischer Ansatz.
Der zentrale Faktor ist m.E. zudem nicht der "IQ", sondern die "Bildung". Intellektuelle Defizite können durch Akkumulation von Wissen bis zu einem bestimmten Grad kompensiert werden. Ich vertrete schon seit langem die These, daß Bildungsmangel die größte Bedrohung für demokratische Systeme darstellt. In einem System, in welchem die Macht vom Volk ausgeht, braucht das Volk auch einen entsprechenden Mindest-Bildungsstand, um soziale, politische und ökonomische Prozesse begreifen und durchschauen zu können. Wenn die Mehrheit diesen Bildungsstand nicht mehr erreicht, trifft sie Entscheidungen, die nicht nur subjektiv sondern auch objektiv derart falsch und weitreichend zugleich sind, daß sie das demokratische System früher oder später kollabieren lassen (siehe Vergangenheit).
Die Lösung kann natürlich nicht darin bestehen, daß man Menschen mit einem niedrigeren Bildungsstand das Wahl- oder Meinungsäußerungsrecht beschneidet, sondern viel mehr darin, daß man diesen Personen ermöglicht, ihre Bildungslücken zu schließen. Dazu muß man einiges tun: Man muß sie über ihre Lücken aufklären, Anreize schaffen damit sie bereit sind diese Lücken zu schließen und ihnen schließlich das entsprechende Wissen auch zugänglich machen.
Links:
- Blog-Eintrag bei senorita zu dem Thema
senorita verfolgt in ihrem aktuellen Blog-Eintrag einen interessanten, provokanten Gedanken. Sie denkt, "die Meinungsfreiheit sollte proportional zum Verdummungsgrad eingeschränkt sein". Und: "Zusätzlich sollte auch die Gewichtung von Stimmen bei Wahlen in Proportion zum IQ gesetzt werden." Sie räumt ein, daß diese Überlegungen nicht ganz ernst gemeint waren. Gehen wir es dennoch mal durch.
Zunächst stellt sich das Problem, daß sich Intelligenz nicht wirklich objektiv ermitteln läßt. Es gibt diverse Verfahren zur IQ-Ermittlung, keines ist unumstritten. Zweitens ist auch unklar, was diese Zahl dann eigentlich wirklich aussagt. Drittens kann man natürlich solche Grundrechte wie das Wahlrecht oder das Recht auf freie Meinungsäußerung nicht von der Intelligenz eines Menschen abhängig machen. Das würde den Gleichheitsgrundsatz verletzten und zudem die Gefahr bergen, daß die Demokratie in eine Diktatur der Intelligenten über die weniger Intelligenten verkommt. Nur weil Person A intelligenter als Person B ist, folgt daraus ja nicht automatisch, daß Person A ein besserer Mensch ist, der sein Stimmenübergewicht dazu nutzt ganz uneigennützig auch im Sinne von Person B zu entscheiden. Letztlich wäre es ein sozialdarwinistischer Ansatz.
Der zentrale Faktor ist m.E. zudem nicht der "IQ", sondern die "Bildung". Intellektuelle Defizite können durch Akkumulation von Wissen bis zu einem bestimmten Grad kompensiert werden. Ich vertrete schon seit langem die These, daß Bildungsmangel die größte Bedrohung für demokratische Systeme darstellt. In einem System, in welchem die Macht vom Volk ausgeht, braucht das Volk auch einen entsprechenden Mindest-Bildungsstand, um soziale, politische und ökonomische Prozesse begreifen und durchschauen zu können. Wenn die Mehrheit diesen Bildungsstand nicht mehr erreicht, trifft sie Entscheidungen, die nicht nur subjektiv sondern auch objektiv derart falsch und weitreichend zugleich sind, daß sie das demokratische System früher oder später kollabieren lassen (siehe Vergangenheit).
Die Lösung kann natürlich nicht darin bestehen, daß man Menschen mit einem niedrigeren Bildungsstand das Wahl- oder Meinungsäußerungsrecht beschneidet, sondern viel mehr darin, daß man diesen Personen ermöglicht, ihre Bildungslücken zu schließen. Dazu muß man einiges tun: Man muß sie über ihre Lücken aufklären, Anreize schaffen damit sie bereit sind diese Lücken zu schließen und ihnen schließlich das entsprechende Wissen auch zugänglich machen.
Links:
- Blog-Eintrag bei senorita zu dem Thema
Aufbau Ost mit Hundekot
Was haben meine müde Augen gestern morgen in der Wiederholung von taff gesehen? In Dresden denkt man darüber nach, eine Gendatei für Hunde einzurichten, damit deren Halter zukünftig ermittelt werden können, wenn Bello mal wieder erlaubt ein Häufchen in die Botanik setzt, Herrchen es aber nicht entsorgt.
Die Kosten wären für dieses Projekt natürlich nicht unbeträchtlich. Zunächst mal bräuchte man von jedem Hund in der Stadt eine DNA-Probe (was zeitgleich mit der Hundesteuer-Anmeldung erfolgen soll), um sie dann später mit der Kotprobe vergleichen zu können. Zweitens muß man dann natürlich auch Leute vom Ordnungsamt rumschicken und Proben vom widerrechtlich hinterlassenen Hundehaufen nehmen. Drittens muß dann aus dem Kot die DNA extrahiert werden und mit der Datenbank abgeglichen werden.
Finanziert werden soll das Ganze über Bußgelder. Allerdings wurde die Sache erst vom Ortsbeirat Dresden-Altstadt beschlossen, ob das wirklich umgesetzt wird, hängt jetzt vom Stadtrat ab.
Hundebesitzern dürfte das vermutlich viel zu militant und überzogen vorkommen, aber der Rest würde es vermutlich begrüßen. Ich meine, wenn dadurch keine Mehrkosten entstehen und es dann auch tatsächlich entsprechende Kontrollen gibt, kriegt man das Problem so vielleicht endlich in den Griff.
Ich frage mich nur, wie transportiert das Ordnungsamt dann die Probe? Damit das Ergebnis am Ende rechtskräftig ist, muß sie auf dem Weg ins Labor isoliert werden. Laufen die Beamten dann mit Doggy Bags rum? :D
(kein Aprilscherz)
Links:
- tagesschau aktuell: Tretminen unerwünscht, 24.03.05
- Yahoo Nachrichten: Hunde sollen in Dresden zum DNA-Test, 24.03.05
Die Kosten wären für dieses Projekt natürlich nicht unbeträchtlich. Zunächst mal bräuchte man von jedem Hund in der Stadt eine DNA-Probe (was zeitgleich mit der Hundesteuer-Anmeldung erfolgen soll), um sie dann später mit der Kotprobe vergleichen zu können. Zweitens muß man dann natürlich auch Leute vom Ordnungsamt rumschicken und Proben vom widerrechtlich hinterlassenen Hundehaufen nehmen. Drittens muß dann aus dem Kot die DNA extrahiert werden und mit der Datenbank abgeglichen werden.
Finanziert werden soll das Ganze über Bußgelder. Allerdings wurde die Sache erst vom Ortsbeirat Dresden-Altstadt beschlossen, ob das wirklich umgesetzt wird, hängt jetzt vom Stadtrat ab.
Hundebesitzern dürfte das vermutlich viel zu militant und überzogen vorkommen, aber der Rest würde es vermutlich begrüßen. Ich meine, wenn dadurch keine Mehrkosten entstehen und es dann auch tatsächlich entsprechende Kontrollen gibt, kriegt man das Problem so vielleicht endlich in den Griff.
Ich frage mich nur, wie transportiert das Ordnungsamt dann die Probe? Damit das Ergebnis am Ende rechtskräftig ist, muß sie auf dem Weg ins Labor isoliert werden. Laufen die Beamten dann mit Doggy Bags rum? :D
(kein Aprilscherz)
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- tagesschau aktuell: Tretminen unerwünscht, 24.03.05
- Yahoo Nachrichten: Hunde sollen in Dresden zum DNA-Test, 24.03.05
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