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Donnerstag, Oktober 23, 2008

Windows Live Groups kommen im November - MSN Groups werden abgeschoben

Die gute Nachricht zuerst: Am 17.11.08 soll es angeblich endlich soweit sein, Microsoft wird seine "Windows Live Groups" offiziell ins Leben rufen (LiveSide.net, 15.10.08). Damit wird die Windows Live Familie endlich um das bereits vor einem Jahr erwartete Groups-Angebot erweitert.

Die schlechte Nachricht: Am 21.02.09 sollen die "altehrwürdigen" MSN Groups endgültig abgeschafft werden. Und obwohl die neuen Live Groups als de facto Nachfolge-Angebot fungieren werden, können MSN Groups Betreiber ihre Gruppen nicht dorthin migrieren. Wer seine alte Gruppe über den 21. Februar hinaus behalten will, muß sie zu einem Drittanbieter namens Multiply transferieren, den Microsoft als neuen "Partner" anpreist (TechCrunch, 15.10.08).

Multiply gehört zu den Social Networks der ersten Stunde, es wurde bereits 2003 gegründet, ist aber bis heute kaum jemandem ein Begriff, da es sich anders als z.B. Facebook oder MySpace nie durchsetzen konnte. Dennoch nutzen laut Wikipedia immerhin 9 Millionen User den Service.

Gemessen am Erfolg anderer Social Networks spielt Multiply aber nur in der zweiten oder dritten Liga. Die Frage ist also, warum Microsoft sich dazu entschlossen hat, seine MSN Groups ausgerechnet dahin abzuschieben, anstatt seinen Nutzern die Möglichkeit einzuräumen, die jeweilige MSN Group in eine Windows Live Group zu migrieren:

"This just seems weird - why would Microsoft abandon a sizable (but dwindling) chunk of users to an entirely unrelated social network? It's nice that they aren't leaving their users out in the cold, but why not just cut off new signups to MSN Groups and allow the legacy users to continue on in peace? Microsoft may appear to have made the gesture in good faith, but it's likely that the company is hoping users will scoff at the idea of having to migrate, and just sign up on the new Live service when it launches." (TechCrunch, 15.10.08)

Demnach wäre die Kalkulation bei Microsoft also, daß die Nutzer mehrheitlich keine Lust haben sich mit der Migration oder anschließend mit dem eher drittklassigen Anbieter Multiply herumzuschlagen und dann lieber gleich eine neue Windows Live Group eröffnen (dazu später mehr). Ähnlich wie schon bei der Einstellung des MSN Chat Services (später MSN Group Chat), nimmt Microsoft dabei offenbar billigend in Kauf, daß einige Nutzer auch abwandern und sich die gewünschte Dienstleistung woanders suchen.

Microsoft begründet die Schließung von MSN Groups wie folgt:

"Da wir unseren Kunden die aktuellsten und benutzerfreundlichsten Technologien zur Verfügung stellen möchten, die derzeit verfügbar sind, haben wir die schwierige Entscheidung getroffen, den MSN Groups-Dienst zu schließen. Diese Entscheidung steht in direktem Zusammenhang mit weitergehenden Investitionen zur Aktualisierung und Neuausrichtung unserer Windows Live-Onlinedienste.

Wir sind der Überzeugung, dass die Schließung dieses Diensts langfristig die beste Lösung darstellt, um weiterhin innovative Dienste anbieten zu können, die zu den besten ihrer Art zählen und mit deren Hilfe Sie mit den Menschen in Kontakt bleiben können, die Ihnen wichtig sind. Im Herbst möchten wir einen neuen Groups-Dienst eröffnen.

Anders als MSN Groups wird Windows Live Groups jedoch hauptsächlich einen Ort darstellen, an dem kleinere Gruppen kommunizieren können. Ein Dienst für kleine, mittlere und große Gruppen steht nun über unseren Onlinepartner Multiply zur Verfügung." (MSN Groups Resource Center DE, 02.10.08)

Während also die neuen Windows Live Groups nur für "kleinere Gruppen" gedacht sind, ist Multiply als MSN Groups Aufnehmer darüber hinaus auch für "mittlere und große Gruppen" geeignet.

TechCrunch veröffentlichte auch eine statistische Kurve, die sehr schön den schleichenden Bedeutungsverlust der MSN Groups deutlich macht.

Einerseits lohnt sich die Aufrechterhaltung des alten Services für Microsoft also nicht mehr, andererseits würden die MSN Groups aber dennoch immer noch eine Grundkonkurrenz zum neuen Windows Live Groups Service bedeuten. Und die Live Groups sind vermutlich strukturell wie technisch soweit von den alten MSN Groups entfernt, daß Microsoft auch nicht den Aufwand betreiben möchte, die Möglichkeit eines "Upgrades" vom alten zum neuen Service anzubieten.

Eine ernsthafte Konkurrenz durch Multiply befürchtet Microsoft dagegen offenbar nicht. Zwar kann ein Gruppenbesitzer seine Gruppe migrieren, nicht aber die Benutzer. Die erhalten eine Einladung, müssen sich aber dennoch anschließend bei Multiply erst mal neu registrieren (MSN Groups Resource Center DE, 02.10.08). Selbst wenn die Migration erfolgreich war, haben die User auf Multiply noch einige andere Hürden zu nehmen (es gibt z.B. als einzige Sprache bei Multiply zur Zeit nur Englisch). Der Nutzer erhält also von Microsoft einen Wink mit dem Zaunpfahl, daß er aufs Abstellgleis geschoben wird und soll dann abspringen und sich bei den Windows Live Groups wiederfinden.

Selbst wenn man all diese Faktoren zugrunde legt, um Microsofts Vorgehen zu erklären, kündet der Schritt sicherlich von Arroganz. Die neue Zielgruppe der Windows Life Services ist wohl mehrheitlich deutlich jünger als die alte Garde der MSN Groups Nutzer (dies erkennt man z.B. mit einem einfachen Blick auf die mehrheitlichen Inhalte der von Nutzern betriebenen Windows Live Spaces). Und wer heute noch nicht im neuen Web 2.0 angekommen ist bzw. vielleicht nur ein einfaches Diskussionsforum (mit einem Chat) haben möchte, der ist als Zielgruppe für Microsoft offenbar einfach nicht mehr interessant genug.

Wer sich als Gruppen-Besitzer trotzdem nicht abschrecken lassen möchte, findet hier einen offiziellen "Step-by-Step Guide Migration Guide" in Deutsch, der erklärt, wie man seine Gruppe nach Multiply migriert. Die alte Gruppe bei MSN sollte man nach erfolgreicher Migration dann aber löschen, da diese ansonsten bis Februar noch weiter existiert und man als Group-Betreiber dann vor einem Redundanz-Problem steht, da neue und alte Gruppe von den Nutzern parallel (aber unter Umständen unterschiedlich) vorangetrieben werden.

Sonntag, November 04, 2007

Windows Live Events

Während die "Windows Live Groups" weiter auf sich warten lassen, präsentierte Microsoft vor kurzem die "Windows Live Events" als ein neues zentrales Produkt innerhalb der "Windows Live Services".

Über ein "Event", das in der deutschen Ausgabe an einigen Stellen etwas verunglückt mit "Ereignis" übersetzt wurde ("Veranstaltung" wäre in diesem Kontext vielleicht besser, ideal die Beibehaltung von "Event"), können Live.com-Nutzer Partys, Hochzeiten, etc. organisieren. Man erstellt eine Gästeliste und lädt andere Live.com-User zu der Veranstaltung ein, diese können dann reagieren und sagen, ob sie kommen oder nicht, wie viele Personen sie mitbringen, etc.

Am Beispiel einer fiktiven Hochzeit in Bielefeld am 24.12. zwischen Zora und meiner Wenigkeit, habe ich das neue Events-Angebot einem ersten Test unterzogen. Nicht nur, weil "Events" unter Umständen ein sinnvolles Feature ist, sondern auch wegen der integrierten Diskussionsforums-Funktion, die vermutlich in ähnlicher Form in den künftigen "Live Groups" auftauchen wird. Die "Live Groups" wiederum gelten informell als Nachfolgeangebot für die etablierten "MSN Groups" (mehr dazu hier).

Wie alle Live-Angebote werden auch die "Live Events" in diversen Sprachen angeboten, darunter Deutsch und Englisch:
Diese Differenzierung ist an dieser Stelle insofern von Belang, als daß in der deutschen Darstellung die integrierte Stadtplan-Funktion der "Live Search Maps" nicht angezeigt wird. Mittels dieser Option kann der Gastgeber den Gästen auch gleich eine Karte an die Hand geben, die anzeigt, wo der Veranstaltungsort zu finden ist.

Warum diese Funktion mit deutscher Spracheinstellung nicht zu nutzen ist, bleibt unklar. Der zugrunde liegende "Live Search Map" Dienst ist jedenfalls auch in Deutsch verfügbar. Dies hat aber auch seine guten Seiten, arbeitet man nämlich eine zeitlang mit der Karte muß man schnell feststellen, daß sie den Browser bis an die Grenze des Erträglichen verlangsamt (es scheinen unglaublich viele Daten in den Cache gerammt zu werden).

"Windows Live Events" bietet darüber hinaus noch eine ganze Palette von weiteren Modulen, z.B. ein Diskussionsforum um die Veranstaltung zu diskutieren oder eine Fotoalbum-Funktion, in der man nach dem Event Fotos ablegen kann. Hier Beispiele zu den zentralen Modulen:
Wer einen Blick auf diese Module wirft, wird schnell feststellen, daß die meisten von ihnen bereits aus den "Windows Live Spaces" bekannt sind. Es gibt nur einige wirkliche Neuerungen, wie eben z.B. die Gästeliste-Funktion oder die Diskussionsforen. Bei letzteren kann man sogar erweitertes HTML nutzen, was dann z.B. die Einbindung von Videos ermöglicht.

Wie praktikabel die "Live Events" insgesamt sind, wird sich erst noch zeigen müssen. Grundsätzlich kann man ein Event so generieren, daß man jeden Gast separat einladen muß oder daß sich jeder der Interesse hat, einfach eintragen kann. Angenehm wäre es, auch noch Optionen dazwischen zu haben. Zum Beispiel die Einladung nur an alle Mitglieder einer Group auszusprechen (etwa für ein UT) ohne aber dafür jedes Group-Mitglied einzeln einladen zu müssen. Es bleibt zu hoffen, daß es beim Erscheinen der neuen "Windows Live Groups" eine entsprechende Option geben wird.

Größtes Manko ist und bleibt der Editor, der bei allen Live Diensten derselbe ist. Dieser läuft nicht wirklich stabil, er stürzt öfter ab, zickt hin und wieder beim nachträglichen Editieren eines Eintrags oder erlaubt es manchmal einfach nicht einen Post abzusetzen, obwohl alle erforderlichen Felder ausgefüllt wurden. Wenn derselbe Editor dann auch bei den "Live Groups" Verwendung findet (wovon ja auszugehen ist) können die "Live Groups" kaum als erstrebenswerte Alternative zu den "MSN Groups" gehandelt werden -- obgleich letztere technisch völlig veraltet sind und daher eigentlich dringend einen Nachfolger brauchen.

Dienstag, Oktober 30, 2007

Windows Live Groups als Nachfolgeangebot für MSN Groups?

Wie im März am Fallbeispiel der Herzflimmern-Group dokumentiert, hat die vollständige Einstellung des Chat-Services seitens MSN auch zu starken Auflöseerscheinungen der MSN Groups geführt. Dieser Prozeß wird dadurch verstärkt, daß MSN bereits seit Jahren technisch nichts mehr an den MSN Groups verbessert hat, so daß diese heute weit hinter "modernen" Web 2.0-Angeboten hinterherhinken.

Es war offensichtlich, daß die MSN Groups in den Augen von MSN ein Auslaufmodell waren und es gab zunächst auch keine Anzeichen, daß es ein vergleichbares Group-Angebot innerhalb der neuen "Windows Live Services" geben sollte.

Folgt man dem entsprechenden Eintrag in der englischen Wikipedia, soll nun aber doch ein "Windows Live Groups"-Angebot an den Start gebracht werden, angeblich bereits in diesem November.

Die neuen Groups sollen an die "Windows Live Spaces" angegliedert werden und sich in verschiedene Typen unterteilen:
  • Share Group - allow group members to add or view each other's photos and videos
  • Discussion Group - allow group members to discuss a common topic and learn from each other
  • Keep In Touch Group - allow users to stay connected with their families, friends and collegues using Windows Live Spaces
  • Coordinate Group - allow users to keep people around them organized
  • Generic Group - multipurpose group that allow users to do any of the above functions
Allerdings sind auch die Quellenangaben in diesem Wikipedia-Eintrag äußerst dürftig, man könnte auch sagen: nicht existent. Einziges wirklich aussagekräftiges Indiz ist ein Screenshot des neuen Services. Die URL leitet hingegen zur Zeit auf die Live Spaces um.

Entweder arbeitet Microsoft wirklich noch an diesem Service oder es hat das Projekt inzwischen wieder aufgegeben. Auch mit einer Google-Abfrage kann man hier zur Zeit nicht wesentlich mehr Licht ins Dunkel bringen. Bei ZDNet heißt es:

"Fluegel declined to discuss when, how and even if Microsoft plans to integrate Live Events with Windows Live Groups, the expected successor to MSN Groups." (ZDNet.com Blogs, 11.10.07)

Und bei dem verlinkten LiveSide.net Blog-Eintrag kann man nachlesen

"And while we're on the topic of Spaces, there's also been some chatter on an MSN Groups upgrade to Windows Live Groups. The Wikipedia entry on it is well worth reading, thanks again to Live Search doing a great job in caching the non-public facing Groups homepage." (LiveSide News Blog, 08.10.07)

Womit zumindest deutlich wird, wie der Screenshot im Wikipedia-Eintrag zustande gekommen ist. Klarheit ob und wenn ja wann die Windows Live Groups kommen, bringt das alles aber immer noch nicht. Immerhin erscheint es aber wahrscheinlich, daß Microsoft wirklich an einem entsprechenden Projekt arbeitet.

Das grundlegende Problem des Fehlens eines Chatraums, der in vielen Groups den Kern der Community gebunden hat, wird allerdings auch durch den neuen Service nicht gelöst. Denn eine Chat-Funktion werden auch die neuen Groups anscheinend nicht haben.

Dennoch stellt die Option im "Live-Kosmos" dann auch Diskussionsgruppen eröffnen zu können immerhin eine neue Perspektive dar, die beim jetzigen Live-Angebot mit dem zentralen Fokus auf Fotoalbum und Blog bei den Spaces einfach fehlt.

Montag, August 20, 2007

OpenID

Wer kennt das Problem nicht: Zig verschiedene Benutzerkonten mit zig verschiedenen Paßwörtern. Einen Account bei MSN, einen bei Yahoo, einen bei Google, einen bei Lycos, einen für ICQ, einen für Skype, einen für Ebay, einen für Amazon, einen für diesen Blog hier, usw., usf. Je mehr Dienste und verschiedene Webangebote man im Internet nutzt, desto mehr Benutzernamen und Paßwörter muß man sich merken. Die meisten Leute behelfen sich damit, daß sie nach Möglichkeit immer einen identischen Benutzernamen und immer dasselbe Paßwort wählen, um anschließend die Daten im Browser zu speichern (sie also nicht jedesmal wieder neu eingeben zu müssen), was aber aus Sicherheitsgründen nicht besonders klug ist.

Dabei muß das gar nicht sein, es gibt im Internet inzwischen Ansätze wie z.B. OpenID, bei denen man mit ein- und derselben Benutzer-Paßwort-Kombination überall hineinkommt, sofern der Anbieter der Website auch OpenID unterstützt (dazu kommen wir noch).

Man registriert sich zunächst kostenlos eine OpenID auf Seiten die den Service anbieten (was inzwischen einige sind). Der Benutzername ist dabei immer eine URL. WordPress.com bietet z.B. OpenID an, so daß die URL des blogSquads (den ich ja registriert habe), http://blogsquad.wordpress.com/, gleichzeitig meine OpenID ist (zusammen mit meinem Paßwort). Jetzt kann ich mich als "blogsquad.wordpress.com" z.B. auch beim Fotodienst "Zooomr" anmelden, da dieser ebenfalls OpenID unterstützt -- und das, obwohl WordPress.com und Zooomr.com zwei völlig unterschiedliche Anbieter sind, die nichts miteinander gemein haben, außer, daß sie beide OpenID unterstützen.

Jeder Website-Anbieter kann auf seiner Site einen OpenID-Service einrichten, der es anschließend Besuchern der Website ermöglicht sich mit ihrem jeweiligen OpenID-Account dort einzuloggen. Allerdings hat das System noch Macken, nicht jeder OpenID-Anbieter kann einen reibungslosen Service garantieren. Da WordPress.com als OpenID-Anbieter so seine Tücken hat, nehmen wir den bekanntesten und ausgesprochen soliden OpenID-Anbieter MyOpenID als weiteres Beispiel:

Ich registriere mir als erstes einen Account auf MyOpenID als http://bloomsday.myopenid.com/ (etwas verwirrend, obwohl es aussieht wie ein Link, ist es tatsächlich ein Benutzername). Dazu muß ich wie bei jeder Registrierung auch ein Paßwort wählen und meine Emailadresse angeben, zu der ich eine Bestätigungs-Email gesandt bekomme. Nach dem Klicken auf den Bestätigungs-Link ist die Registrierung abgeschlossen.

Nun besuche ich den Social Bookmarking-Anbieter Ma.gnolia.com, um mir dort einen Account einzurichten. Ich richte natürlich keinen neuen ein, sondern logge mich einfach mit meiner OpenID ein. Ich gebe also http://bloomsday.myopenid.com/ als OpenID-URL an, werde auf die MyOpenID.com Seite umgeleitet (da dies ja mein OpenID-Provider ist, es könnte z.B. auch WordPress.com sein), gebe mein Paßwort ein, und werde auf Ma.gnolia.com als eingeloggt zurückgeleitet. Natürlich läuft das beim ersten Mal nicht völlig reibunglos, denn ich hatte bei MyOpenID.com vergessen meine Standard-Email-Adresse und meinen Standard-Nickname anzugeben. Nachdem das nachgeholt ist, bin ich endlich bei Ma.gnolia.com als bloomsday.myopenid.com eingeloggt.

Nun wiederhole ich das Prozedere beim Fotodienst Zooomr.com, wo ich meine OpenID ebenfalls verwenden kann. Auch hier will Zooomr beim ersten Login von mir noch mal eine Email-Adresse, Vor- und Nachnamen, sowie einen Nickname. Nachdem das erledigt ist, kann ich aber auch hier mit meiner OpenID (http://bloomsday.myopenid.com/) ein- und ausgehen.

Ich mußte also sowohl Ma.gnolia.com als auch Zooomr.com ein paar Informationsbrocken hinwerfen, die zentrale Information, das Kennwort zu meiner OpenID-URL erfahren sie jedoch nie, das bleibt ausschließlich bei meinem OpenID-Provider, über den der Login jedesmal abläuft, hinterlegt. In meinem Fall also bei MyOpenID.com. Auch aus datenschutztechnischer Sicht macht das Konzept also durchaus Sinn.

Natürlich haben die etablierten Anbieter nicht unbedingt ein Interesse daran, daß es autonome Account-Datenbanken gibt, die sich ihrer Kontrolle entziehen. Wer einen MSN-Service nutzen will, der muß sich eben auch einen Account bei MSN registrieren (der dann nur bei MSN funktioniert, für Ebay brauch ich schon wieder einen anderen Account, usw.). Meistens sind es daher eher weniger bekannte Websites, die auf OpenID setzen, weil so die Chance besteht, zusätzliche Nutzer zu gewinnen. Ist der Anbieter dagegen schon sehr bekannt und hat viele Nutzer, hat er das nicht mehr nötig, er hat eine eigene Community und versucht die Nutzer an sich zu binden. Ein OpenID-System wäre hier kontraproduktiv, da es den Nutzern den Wechsel zur Konkurrenz vereinfacht. Ob sich also ein System wie OpenID jemals durchsetzen wird, ist noch ungewiß.

Es gibt jedoch einen Trend, daß Account-Anbieter ihren Account-Dienst selbst auslagern, der OpenID-Idee sozusagen Konkurrenz machen. So bietet Microsoft seit kurzem die Möglichkeit, daß Dritte das "Windows Live ID"-System (ehemals "Passport") nutzen können (heise online, 17.08.07). Jeder Betreiber einer Website kann also jetzt bei sich einen Login mit einem MSN-Account ermöglichen. Die Website muß nichts mit MSN zu tun haben, MSN erlaubt es einfach nur, daß User die bereits einen MSN-Account haben (und es gibt zur Zeit rund 400 Millionen registrierte Live IDs) sich darüber auf der Website des Drittanbieters einloggen können, um dessen Angebot zu nutzen. Die Paßwort-Infos verbleiben bei MSN, der Drittanbieter erfährt sie nicht, hat aber jetzt einen großen potentiellen Kundenstamm. MSN kann umgekehrt natürlich "Bewegungs-Profile" erstellen: wer besucht mit seinem MSN-Account welche Seite eines Drittanbieters.

Microsoft/MSN vesucht also seine starke Position bei den Identifikationssystemen weiter auszubauen, indem sie das eigene ID-System für Dritte auf deren Websiten nutzbar machen. Der Unterschied zu OpenID ist nur, daß ich mir bei OpenID meinen Provider selbst suchen kann (genauso übrigens wie bei Jabber als IM-System). Ich kann frei wählen, ob ich meine Daten WordPress.com, LiveJournal.com, MyOpenID.com oder irgend einem anderen OpenID-Provider anvertraue. Und egal, wo ich meine OpenID registriere, ich kann mich anschließend in jede Website einloggen, die OpenID unterstützt. Bei MSN kann ich mich künftig auch auf jede Seite einloggen, die das MSN-System nutzt, habe aber diese freie Provider-Wahl nicht, ich muß mich immer bei live.com registrieren und meine Daten immer MSN überlassen. Das System ist somit nicht wirklich frei, sondern geschlossen; die Abhängigkeit von MSN bleibt bestehen bzw. wird ausgebaut.

Wer sich für das Thema OpenID interessiert, sollte mal einen Blick in das "OpenID Directory" werfen. Hier werden Seiten gelistet, die OpenID bereits heute unterstützen. Wie berichtet sind dies meist "Underground"-Sites, die wenig bekannt sind. Was aber ja nicht heißen muß, daß deren Angebote schlechter sind als vergleichbare Angebote von bekannteren Anbietern.

In jedem Fall lohnt es sich, sich mal eine eigene OpenID auf Websites wie z.B. MeinGuterName oder MyOpenID zu registrieren, um anschließend mal ein paar Portale auszuprobieren, die bereits einen Login via OpenID unterstützen.

Montag, März 05, 2007

Die Zersplitterung der MSN Community

Wie im letzten Jahr berichtet, hat MSN seine Group Chats im Oktober 2006 außer Betrieb gestellt, so daß sich die Manager der weiterhin existierenden MSN Groups einen externen Chat-Anbieter suchen mußten, sofern sie den jeweiligen Group-Mitgliedern auch weiterhin einen Chatroom anbieten wollten.

Wie prognostiziert hat dieser Schritt zu einer starken Zersplitterung der MSN Community geführt. Nicht nur, daß fast jede Group nun ihren eigenen externen Webchat hat, der jeweils eine eigene zu installierende "Chatsoftware" sowie eine separate Anmeldung voraussetzt, selbst innerhalb der jeweiligen Group hat das traditionelle "Cliquen-System" dazu geführt, daß nun nahezu jede Clique ihr eigenes Portal samt eigenen Chatroom hat.

Am Beispiel der Herzflimmern Group (HF) läßt sich dieser "Zersplitterungs-Prozeß" ganz gut nachzeichnen. Der blogSquad-Kollege Tiefdruckgebiet hat schon damals die Zweiteilung des HFs veranschaulicht. Inzwischen ist die Aufsplittung weiter vorangeschritten, es lassen sich mindestens vier verschiedene HF-Communities im Web ausmachen.

1) meeting4all.de

Während sich das offizielle HF-Forum immer noch in den Groups selbst befindet (und somit als einziges von MSN selbst betrieben wird), findet sich der dazugehörige offizielle Chatroom inzwischen bei meeting4all.de, zu dem es dort aber auch ein eigenes Forum zu geben scheint.

2) herzflimmern-chat.com

Eine alternative HF-Community findet sich bei herzflimmern-chat.com, dort gibt es dann sowohl ein eigenes Forum, als auch einen eigenen Chatroom.

3) gutchat.de

Ein weiterer HF-Chatroom findet sich bei GuT-Chat, die daneben noch zahlreiche weitere Chatrooms im Angebot haben. Auch hier gibt es natürlich ein Forum, das sich allerdings allgemein auf alle angebotenen Chatrooms zu beziehen scheint.

4) herzflimmern.org

Noch eine HF-Community findet man bei herzflimmern.org, der eigene Chatroom wird bei FTS-Chat betrieben (die dasselbe System wie GuT-Chat zu nutzen scheinen), das dazugehörige Forum wird bei siteboard.de gehostet.

Schlußfolgerung

Ist der hier aufgezeigte Zersplitterungs-Prozeß nun positiv oder negativ zu beurteilen?

Wenn Leute sich nicht wirklich leiden können und sich immer wieder in die Haare kriegen, ist es vielleicht eher positiv wenn jede Gruppe ihren eigenen Chat samt Portal aufmacht. Es überwiegen m.E. jedoch die Nachteile:
  1. Die neuen Chatportale bedeuten zwar mehr Vielfalt, anders als in den alten Tagen bei MSN ist diese Vielfalt aber nicht mehr unter einem Dach vereint, es fehlt der gemeinsame Dreh- und Angelpunkt.

  2. Viele Nutzer die Mitglied in mehreren MSN Groups sind, finden es sicherlich nervig und abschreckend, wenn jede Group nun ihr eigenes externes Chatportal mit separater Registrierung hat. Hinzu kommt, daß es wie exemplarisch aufgezeigt auch Groups gibt, bei denen es neben dem offiziellen auch noch "inoffizielle" Chatrooms gibt.

  3. Eine weitere Frage ist, inwiefern diese diversen Klein- und Kleinst-Gruppen dann überhaupt "überlebensfähig" sind. Eine Gruppe spaltet sich ab, von der sich nach dem ersten Knatsch dann widerum eine noch kleinere Gruppe abspaltet. Irgendwann sind dann vielleicht noch ein halbes Dutzend Leute übrig und der Chatroom dann sicherlich nicht selten gähnend leer.

  4. Einer der zentralen Vorzüge der MSN Chats bzw. MSN Group Chats war ja, daß man hier auch neue Leute kennenlernen konnte. Insbesondere bei den bekannteren Groups wurden durch MSNs hohen Bekanntheitsgrad ständig neue Nutzer "hineingespült". Die jetztigen Sub-Coms haben dagegen sicherlich Probleme, ein konstantes Mitglieder-Wachstum sicherzustellen. Treffen sich aber immer nur die gleichen Leute im Chat, kann man die Kommunikation genauso gut über den Messi führen.

Nun sollte man nicht in die berüchtigte Früher-war-alles-besser-Nostalgie verfallen, gerade am Beispiel der HF Group läßt sich erkennen, daß der Verfallsprozeß schon lange vor der Schließung der MSN Group Chats begonnen hatte. Nur ist dieser Verfallsprozeß mit dem Wegfall der MSN Group Chats sicherlich noch mal erheblich beschleunigt worden. Und jeden der das HF noch aus besseren Tagen kennt, muß Wehmut überkommen, wenn er sich die heutige Lage ansieht.

Für MSN sind die MSN Groups ein abgeschlossenes Projekt, man setzt was die Weiterentwicklung angeht lieber auf die Live Spaces. Die Frage ist, wie lange man die Groups noch nebenher laufen läßt und wann man sich erbarmt und sie endgültig aus dem Verkehr zieht.

Donnerstag, Februar 15, 2007

Der Bling-Bling Messenger und die Alternativen

Bei YouTube kursiert derzeit ein selbstgemachtes Video mit dem Titel "Microsoft iPod" in dem gezeigt wird, wie die Verpackung des iPods ausssehen würde, wenn Microsoft sie gestalten würde. Gerade die Schnörkellosigkeit der Verpackung betont das "edle" Design des iPods. Anstatt die Verpackung mit Infos zu überfrachten, bildet Apple einfach nur den iPod ab, am besten noch quer, damit man sieht, wie dünn er ist. Der iPod spricht für sich selbst, er muß nicht mit zusätzlichen Eyecatchern in Form von Bildern und Texten auf der Verpackung angepriesen werden. Just simple and straight.

Anders Microsoft, das die Verpackung mit lauter Zusatzinformationen regelrecht zubaut, so daß das Ganze am Ende deutlich überbeladen und "ramschig" wirkt, während das eigentliche Produkt unterzugehen scheint und nicht mehr im Mittelpunkt steht. Das Video ist natürlich nur ein Fake, eine Parodie auf die Produktpolitik von Microsoft. Dabei wird jedoch durchaus deutlich, wie die Vermarktungsansätze von Microsoft und Apple sich unterscheiden.

Schon vor einigen Jahren habe ich aufgehört ICQ zu nutzen, weil das Programm ständig um irgendwelche Features und Buttons erweitert wurde, während die eigentliche und ursprüngliche Funktion, das Instant Messaging, immer stärker in den Hintergrund geschoben wurde. Irgendwann gab es dann "ICQ Lite", das sich wieder mehr auf die Basisfunktionen konzentrieren sollte, als bald aber ebenfalls unter der "Featuritis" zu leiden schien. Konsequenterweise gab es dann bald wieder nur noch ein offizielles ICQ (vom webbasierten ICQ2Go! mal abgesehen).

Vielleicht bin ich was meine Ansprüche an das Look-and-Feel von Programmen angeht etwas altmodisch. Ich mag Programme die optisch "aufgeräumt" wirken und sich auf ihren eigentlichen Daseinszweck beschränken. Daher kam mir der MSN Messenger in seinen früheren Versionen angenehm vor, nicht zu viele Kinkerlitzchen, keine überbordenen Gadgets, keine überflüssigen Icons, keine ressourcen-fressenden Zusatzfeatures.

Doch die "nachfolgenden Generation" sieht das ganz andere. Dort sind Jeans mit blinkenden Strass-Steinchen der letzte Schrei, und am Handy baumelt ein funkelnder Swarovski-Kristall (bzw. das, was heute als "Swarovski" durchgeht). Ohne "Bling-Bling" geht es einfach nicht mehr. Und das spiegelt sich natürlich auch bei der Wahl von Internet-Programmen wieder. Die Jugend will unterhalten werden, braucht ständig neue Spielchen und neue mehr oder weniger praktische Funktionen. MSN hat das erkannt und die Produktentwicklung des Windows Live Messengers (so heißt er ja heute) entsprechend der neuen Zielgruppe ausgerichtet:

"Microsoft hat damit bereits Erfolge erreicht, da die Nutzung des Windows Live Messengers besonders in der Altersgruppe der 13- bis 18-Jährigen in den letzten Jahren stark angestiegen ist." (Wikipedia)

Sprich, der Windows Live Messenger ist heute der Lieblingsmessenger der meisten Teenager. Entsprechend infantil wirkt das Ganze dann auch streckenweise.

Doch nicht nur Teenager können sich für die neue Klickibunti-Welt von MSN begeistern. So ist eine blogSquad-Kollegin bekennender Fan der "Meegos":

"MeeGos sind maßgeschneiderte Dynamische Anzeigenbilder welche Sie sich selbst für Windows Live Messenger 7 oder höher erstellen können. MeeGos reagieren auf die Emotionen Ihrer Gespräche. Geben Sie mal was ein ;)" (MeeZone.com)

Ein Meego ist also ein Avatar auf dessen Aussehen der Nutzer Einfluß nehmen kann und der dann im Messenger statt des normalen Bildes erscheint. Für die blogSquad-Kollegin ein weiterer Bestandteil der Individualisierung ihres Computers. Nun, sicher, wer wollte schon eine Computer-Welt in der jeder denselben Bildschirmhintergrund hat, in der es nur eine einzige Schriftart gibt und nur schwarz und weiß als einzige Farbtöne (okay, so etwas gibt es tatsächlich noch). Aber einen Avatar, der die eigene Stimmungslage visualisieren soll? Weder bringen Meegos das nötige Maß an Differenzierung mit das nötig wäre menschliche Stimmungsschwankungen zu visualisieren, noch sehen sie grafisch besonders ansprechend aus. Unterm Strich ist es eine Spielerei unter vielen, die der Windows Live Messenger heute ermöglicht.

Und während besagte blogSquad-Kollegin versucht mich zu überzeugen, daß man über Meegos Individualität zum Ausdruck bringen kann, gesteht mir eine weitere Bekannte zeitgleich ihre neuste Sucht namens "Bejeweled":

"Der rechteckige Bereich des Spielfelds ist gefüllt mit farbigem Edelsteinen. Die einzige gültige Bewegung ist, angrenzende Edelsteine auszutauschen, um drei oder mehr Edelsteine von der gleichen Farbe horizontal oder vertikal ausrichten zu lassen. Wenn das geschieht, erwirbt der Spieler Punkte, und die Edelsteine verschwinden. Edelsteine darüber fallen herunter und der Extraraum wird mit zufälligen Edelsteinen gefüllt. Setzt man mehre Reihen Steine nacheinander zusammen wird dieses eine 'Kaskade' genannt. Das Spiel endet, wenn es keine gültigen Bewegungen gibt." (Wikipedia)

Das Spiel, das sehr an Klassiker wie Tetris oder Blockout erinnert und damit nicht besonders innovativ ist, gibt es auch in der MSN Games Zone und kann hier unter anderem auch über den Windows Live Messenger gespielt werden. So ist dem Spiel dann wohl auch die erwähnte Bekannte verfallen, obwohl es mir schwer fällt, das Faszinosum das von diesem Spiel angeblich ausgehen soll, nachzuvollziehen.

Gegen all diese Gimmicks ist ja nichts einzuwenden, solange sie optional sind. Viel Schrott den man eigentlich nicht braucht, hat der Windows Live Messenger allerdings heute schon onboard. Hier wäre es wünschenswert wenn es ähnlich wie beim neuen Windows Vista verschiedene Varianten geben würde. So z.B. einen "Messenger Office" der nur das Nötigste mitbringt und einen "Messenger Fun", der dann all die ganzen Zusatzspielereien ermöglicht.

Was allerdings mehr als alles andere nervt, sind die Werbeeinblendungen. Da sich diese nicht deaktivieren lassen und es wohl keine schlanke, ressourcen-schonende Basisvariante des Windows Live Messengers geben wird, sollte man sich mal nach Alternativen umsehen.

Am bekanntesten ist hier inzwischen sicherlich aMSN. Der aMSN ist dem Original-Messenger stark nachempfunden, insgesamt trotzdem deutlich schlanker und weniger überladen. Er wirkt aufgeräumter und erspart dem Nutzer lästige Werbeeinblendungen. aMSN gibt es für Windows, Linux, MacOS X und FreeBSD.

Der Nachteil von aMSN ist, daß er wirklich nur MSN kann, während der neuste Windows Live Messenger ja auch die Kommunikation mit Yahoo-Nutzern ermöglicht. Selbst das ist allerdings nicht viel, so genannte "Multi-Protokoll-Messenger" erlauben es, mehrere Messenger-Systeme zugleich zu nutzen.

So werden z.B. von Gaim (Windows, Linux, MacOS X, BSD) unter anderem AOL Instant Messenger, Jabber, MSN, ICQ und Yahoo unterstützt. Ähnliche "Wunder" vollbringen Adium und Fire (beide nur MacOS X) oder auch Trillian (nur Windows) und Kopete (nur Linux).

Insbesondere für Leute die mit Freunden chatten wollen, die jeweils einen anderen Messenger nutzen, könnte sich der Umstieg auf einen Multi-Protokoll-Messenger lohnen. Wer hauptsächlich seinen Windows Live Messenger nutzt und auch alle Kontakte im MSN Netzwerk hat, sollte als Alternativ-Client aMSN in Erwägung ziehen. Auch wenn Microsoft Clients von Drittanbieter gerne ausschließen möchte, erfreuen sich diese zunehmender Beliebtheit und können auch nicht wirklich ausgesperrt werden.

Dienstag, Oktober 17, 2006

MSN Group-Chats nun tatsächlich aus dem Verkehr gezogen

Wie an anderer Stelle schon berichtet, hat MSN mit dem 16.10.06 die Group Chats deaktiviert (ursprüngliches Datum war der 18.). Während das in anderen Ländern schon lange vorher auf den jeweiligen Group-Hauptseiten angekündigt wurde, wurden die deutschen Group-Nutzer einfach vor vollendete Tatsachen gestellt. Inzwischen läßt sich jedoch auch für das deutsche Angebot nachlesen, daß die Chats endgültig passé sind.

Während die sogenannten "Public Chats" (MSN Chats) bereits im Jahr 2003 dichtgemacht wurden (zu denen man bis zu diesem Zeitpunkt unter anderem direkt über den MSN Messenger Zugang hatte), gab es bis gestern immerhin noch die "Group Chats", die eine Mitgliedschaft in der jeweiligen MSN Group voraussetzten, ansonsten aber technisch identisch mit den alten "Public Chats" waren (die ihrerseits auf einem IRC-Klon aufbauten).

Genau wie bereits 2003 hielten auch diesmal wieder einige nostalgische Chatter den letzten Augenblick als Screenshot fest. Im Gegensatz zu 2003 ist dieser Abschied allerdings vermutlich für immer. Als einzige Hoffnung bleibt dieser Satz von MSN Deutschland:

"Darüber hinaus arbeiten wir an weiteren Lösungen für gemeinschaftliche Chats und werden Sie sobald wie möglich darüber informieren." (Statement von MSN zur Chat-Schließung)

Was genau unter "weiteren Lösungen für gemeinschaftliche Chats" verstanden wird, bleibt unklar. In den MSN Groups werden bereits diverse Nachfolgemodelle diskutiert. Vermutlich wird es jedoch kein einheitliches Chatsystem mehr geben, jede Group die weiter einen Chat betreiben möchte, sucht sich einen eigenen Drittanbieter wie z.B. "meeting4all" oder "GuT Chat" und nimmt diesen dann als (in)offiziellen Chat zur Group (wobei ein weiteres Problem offenbar darin besteht, daß die Chat-Software von einigen Drittanbietern der Ursprünglichen von MSN allzu ähnlich ist). Abzuwarten bleibt, ob diese "Sezessions-Tendenzen" zu einem weiteren Auseinanderbrechen der MSN Groups führen.

Tatsache ist, daß in vielen MSN Groups der Chat im Mittelpunkt stand. Diese Gemeinschaften drohen sich zu verlieren, wenn die Stammchatter den Umzug in den externen Chat nicht mitmachen bzw. sich nicht auf einen bestimmten Chatanbieter einigen. So gibt es z.B. einen Nachfolge-Chatraum für die Herzflimmern-Group zur Zeit sowohl bei "meeting4all" ("offiziell" vom Management der Group) als auch bei "GuT Chat" ("inoffiziell" durch eine Gruppe "Separatisten"). Ein Vergleich der beiden Systeme läßt sich bei Tiefdruckgebiet nachlesen.

Über die Beweggründe von MSN, die Chats zu schließen und ob diese Entscheidung richtig oder falsch war, wurde im "MSN Kosmos" wie immer kontrovers diskutiert. "Moderne" Dienste wie der "Windows Live Messenger" oder die "Windows Live Spaces" können die Chats als Kommunikationsstruktur kaum vollständig ersetzen. Wenn man nicht nur Reallife-Bekanntschaften auf dem Messi adden möchte, sondern auch mal neue Leute im Netz kennenlernen will, sind öffentliche Chaträume einfach nicht wegzudenken. Auch das "kennen lernen" von neuen "Friends" über die Live Spaces ist keine wirkliche Alternative, weil die Kommunikation über Blogs und Blog-Kommentare doch eine andere ist.

Andererseits gelten öffentlichen Chaträume als "out", die kommende Internetgeneration (sprich Teenager) präferiert wohl eindeutig eher "Instant Messaging" und "soziale Netzwerke" im Web-2.0-Stil (wie etwa MySpace); die wissen bald nicht mehr, was ein Chatraum im engeren Sinne überhaupt ist. Microsofts ehrgeizige Ambitionen mit "Wallop" eine Konkurrenz zu "Friendster" und "MySpace" zu schaffen, zeigen wohin die Reise wohl in Zukunft gehen soll.

Für "gemeinschaftliche Chats" wird da wenig Raum bleiben. Zu vermuten ist eher, daß die MSN Groups in näherer Zukunft dasselbe Schicksal wie die MSN Group-Chats erleiden werden. Ein Ansatz, die "MSN Groups" zu "Windows Live Groups" werden zu lassen, ist jedenfalls nicht erkennbar.

So empört viele MSN Groupler auch aufschreien mögen, Tatsache ist, daß die meisten von ihnen den nächsten "Evolutionsschritt" im Netz, der gemeinhin unter dem Begriff "Web 2.0" subsumiert wird, bisher nicht mal zur Kenntnis genommen haben. Auch wenn man Web 2.0 als Hype oder Modetrend abtut, unübersehbar bleibt trotzdem, daß die MSN Groups optisch und technisch relativ altbacken daherkommen. Bestimmte "Errungenschaften" die man gerne mit Web 2.0 assoziiert, wie z.B. RSS oder Tagging, müßten dringend in die MSN Groups integriert werden. Da MSN jedoch wie gesagt keine Anstalten macht, die Groups in dieser Hinsicht aufzufrischen, war's das wohl.

Sonntag, Oktober 01, 2006

Dienstag, September 12, 2006

MSN Chats endgültig vor dem Aus?

Nachdem Microsoft die "MSN Groups" nicht in seine neue "Windows Live Offensive" (alle Web-Dienste werden mit dem Zusatz "Windows Live" versehen) aufgenommen hat, mehren sich die Vermutungen, daß Microsoft vielleicht plant, die "MSN Groups" in nächster Zeit ganz einzustellen.

Zumindest die MSN Chaträume (!) in den USA werden am 18. Oktober definitiv geschlossen:

"On August 31st Microsoft announced that MSN chat will no longer be provided and all rooms will be closed on October 18th 2006" (Wikipedia)

"IMPORTANT NOTICE: MSN Chat will no longer be offered on or after October 18th." (us-englische Website von chat.msn.com)

Die Schließung betrifft sowohl die so genannten "Public Chats", die in Deutschland bereits seit September 2003 geschlossen sind, als auch die den Groups angegliederten "Group Chats". In der englischsprachigen MSN Group "Community Feedback" heißt es in einer dort geposteten Antwort vom Technical Support:

"(...) With this, MSN Chat will no longer be offered as of October 2006. In line with this, the chat feature within MSN Groups will also be affected (sic!)." (Community Feedback, ID Message 1100856)

Wie die Lage in Deutschland aussieht, hat Susanne versucht zu klären, die Antwort des deutschen Supports kann in der MSN Group "Der Start - spezial" nachgelesen werden. Dort heißt es:

"(...) dass Sie sich erkundigen, inwiefern die geplante Änderung in MSN Chat den deutschen Markt betreffen wird. (...) Nachdem wir eine signifikante Verringerung der Anwender des MSN Chats über die letzten 12 Monate festgestellt hatten, wurde der Entschluss gefasst, den MSN Chat ab Oktober 2006 nicht länger anzubieten." (Der Start - spezial, ID Message 11733)

Die Chats werden demnach also in Deutschland genauso geschlossen. Komisch dabei ist, daß es anders als in den USA dazu bisher keine offizielle Verlautbarung von MSN gibt. Dies kann daran liegen, daß die "Public Chats" wie erwähnt bereits seit Septmber 2003 bei uns nicht mehr existieren (sondern eben nur die "Group Chats").

Wahrscheinlich ist jedoch, daß wenn MSN -- wie es sich in den USA offenbar eindeutig abzeichnet -- die Chats insgesamt schließt (also Public Chats und Group Chats), dies auch die deutschen Groups betrifft. Ansonsten würden sich alle amerikanischen Nutzer doch einfach eine Group im deutschen Bereich zulegen (language switch En-Us -> De-De, danach einen backswitch) um wieder eine Group mit Chat zu haben. Nein, ich bin mir relativ sicher, daß wenn es zu einer Komplettabschaltung der Chaträume in den Groups kommt, dies alle Groups betreffen wird (vielleicht mit einer Zeitverzögerung je nach Land).

Irritierend ist, daß in dem Schreiben des deutschen Supports offenbar einfach nur eine Übersetzung der englischen Verlautbarung gebracht wurde. Dort ist einfach nur von "MSN Chat" die Rede, zwischen "Public Chats" und "Group Chats" wird nicht differenziert. Auch wenn es die "Public Chats" in Deutschland seit 3 Jahren nicht mehr gibt, wäre ein expliziter Verweis auf die "Group Chats" wünschenswert, damit endgültig Gewißheit herrscht. Denkbar wenn auch unwahrscheinlich wäre es ja, daß hier einfach eine englische Ankündigung übersetzt und übernommen wurde, ohne hinreichend zu prüfen, ob es tatsächlich auch Deutschland betrifft. Wenig Sinn machen zumindest Sätze wie:

"MSN Chat Anwender werden über die MSN Chat homepage in naher Zukunft über weitere Details informiert." (Der Start - spezial, ID Message 11733)

Denn in Deutschland gibt es ja keine "MSN Chat homepage" mehr, sondern nur diese alte Infoseite, die man zu sehen bekommt, wenn man auf chat.msn.de geht. Auf diese Seite schaut aber doch der normale Group-Chat-Nutzer gar nicht mehr. Vermutlich wäre die Info wenn, dann auf der deutschsprachigen Groups Seite (groups.msn.de) zu finden.

Insgesamt läßt sich sagen, daß die Wahrscheinlichkeit, daß die deutschen MSN Group Chats nach dem Oktober weiterhin bestehen als gering einzuschätzen ist. Die Indizien sprechen eher für eine Schließung. Stärkstes Argument ist hier die belegbare Ankündigung, daß in den USA auch die Group Chats geschlossen werden. Für Deutschland läßt sich das nach derzeitiger Faktenlage nicht mit gleicher Gewißheit sagen, die Antwort vom deutschen Support spricht aber dafür (... "inwiefern die geplante Änderung in MSN Chat den deutschen Markt betreffen wird (...) wurde der Entschluss gefasst, den MSN Chat ab Oktober 2006 nicht länger anzubieten", Der Start - spezial, ID Message 11733).

Die Frage ist, was dann? Nicht wenige deutschsprachige MSN Groups leben ja von ihrer Chat-Community. Es wird sich vermutlich ein Trend fortsetzen, der sich bisher schon abzeichnete: Das Ausweichen auf Drittanbieter was die Verwendung eines Chats angeht. Dort muß man sich dann aber immer noch mal separat anmelden und jede Group greift dann womöglich auf ein anderes Chatsystem zurück. Alles sehr mühselig und nicht besonders benutzerfreundlich. Letztlich würde es wahrscheinlich zu einem schleichenden Zusammenbruch der Group Community in Deutschland kommen.

Und das ist vielleicht durchaus gewollt. Nachdem die Groups wegen des Wegfallens des Chats weiter stark Mitglieder verlieren, werden dann im nächsten Schritt konsequenterweise die MSN Groups ganz geschlossen. Und werden die MSN Groups allen Unkenrufen zum Trotz doch nicht geschlossen, werden sich langfristig nur die Groups halten, in deren Zentrum das Forum (Messageboard) und nicht der Chat steht.

Nachtrag, 20.09.06

In Österreich und der Schweiz ist es jetzt amtlich:

"Der Chatdienst steht ab dem 18. Oktober 2006 nicht mehr zur Verfügung. Wir danken Ihnen für die Verwendung des Dienstes und entschuldigen uns für eventuelle Unannehmlichkeiten."

Nachtrag, 16.10.06

Heute wurden, zwei Tage früher als ursprünglich geplant, tatsächlich alle MSN Group-Chats dichtgemacht. Entsprechend findet sich auch ein Hinweis auf der deutschen Groups-Hauptseite, der zur alten (jetzt aktualisierten) Info-Seite führt. Dort heißt es lapidar wie auch schon früher bei ausländischen Group-Dependancen:

"Ab dem 16. Oktober 2006 wird der Chat innerhalb von MSN Groups nicht mehr zur Verfügung stehen. Wir danken Ihnen für die Verwendung des Dienstes und bedauern die mit der Schließung der Chats verbundenen eventuellen Unannehmlichkeiten."

Dienstag, August 08, 2006

Was zur Hölle ist eigentlich phx.gbl?

Mein MSN Messi baut immer eine Verbindung zu einer Adresse auf, die mit phx.gbl endet? Aber was soll das sein? "GBL" ist doch nicht mal eine richtige Top-Level-Domain.

Standardmässig heißt der Server *.msgr.hotmail.com (nach dem Login), aber für jede "Chat-Session" (wenn ich mit jemanden kommuniziere) kommt dann noch mal eine hinzu die auf phx.gbl endet. Manchmal kommt auch eine zweite und dritte Adresse hinzu (alle 1863), obwohl ich nur ein einziges Chat-Fenster offen habe (ich dachte eigentlich, es gibt pro Chat-Session nur einen Connect zu einem phx.gbl-Server).

Jetzt habe ich schon extra einen Client ohne den ganzen Werbebanner-Müll und es gibt immer noch scheinbar überflüssige Connections *lol*.

Sonntag, August 06, 2006

Raider heißt schon wieder Twix...

Sri hat mich heute daran erinnert, daß sich die URLs für die MSN Spaces schon wieder geändert haben. Im Zuge der "Windows Live Offensive" benennt Micro$oft zahlreiche Produkte und Dienste in "Windows Live" um (Windows Live Messenger, Windows Live Toolbar, etc.), weswegen nun auch die MSN Spaces Windows Live Spaces heißen:

"Windows Live Spaces integriert die Instant-Messaging-, E-Mail- und Adressbuchfunktionen von Windows Live, die vormals zu Hotmail gehörten. Damit ist es nicht nur einfacher als bisher möglich, über die eigene Spaces-Seite mit Freunden in Kontakt zu treten. Der Abgleich mit der Kontaktliste bietet auch einen gewissen Schutz vor Spammern und dubiosen Kontaktversuchen." (Heise.de)

Aber wie oft wurden die Spaces URLs damit eigentlich schon verändert? Mal exemplarisch durchgehen:

http://spaces.msn.com/members/stayinnocent
http://spaces.msn.com/stayinnocent
http://stayinnocent.spaces.msn.com/
http://stayinnocent.spaces.live.com/

Habe ich eine Variante vergessen? Und welche wird die nächste sein? Vielleicht http://stayinnocent.live.com/?

Donnerstag, Februar 23, 2006

Neues Jahr, neuer Blog

Nach twoday.net, Nucleus und MSN Spaces erlebt mein Blog nun seine vierte Reinkarnation hier bei blogger.com. MSN Spaces wirkte auf mich zunehmend antrengender, es kommen zwar immer wieder Features dazu (zuletzt Live Contacts sowie ein überarbeitetes Profile-System), aber mir wichtige Funktionen, wie die Möglichkeit Templates direkt editieren zu können, gibt es immer noch nicht. Es gibt noch einige Punkte, ich habe sie bereits im April 2005 zusammengefaßt.

Natürlich ist auch blogger.com nicht perfekt, in vielen Punkten hinkt man hier den MSN Spaces hinterher (die Trackback-Funktion ist bei blogger.com z.B. nur sehr rudimentär implementiert). Insgesamt halte ich das Angebot jedoch für besser.

Es war ziemlich aufwendig die gut 140 Posts zu transferieren, dafür sind sie jetzt erstmals wieder in der chronologisch richtigen Reihenfolge, da man bei blogger.com das Datum frei wählen kann, seine Einträge also ggf. auch mit einem vergangenen Datum versehen kann.

Um hier etwas zu kommentieren, braucht ihr einfach nur auf "comments" klicken, euren Text eingeben, dann "other" als Identität auswählen. Hier könnt ihr euren Nickname und ggf. eure Blog-URL angeben, dann müsst ihr noch das abgebildete Spam-Schutz-Wort eintippen. Das Ganze funktioniert also auch ohne Anmeldung.

Mittwoch, Oktober 26, 2005

Blog Statistiken

Zu den typischen Fetischen die man in der Blogosphäre beobachten kann gehört auch, daß sich Blogger gerne an Statistiken weiden: Wie viele Leute haben letzten Monat auf mein Blog zugegriffen? Wie viele Leute haben mein Blog auf ihrem verlinkt? Wer zitiert alles aus meinem Blog? usw. Auf Basis dieser Angaben werden Rankings erstellt, mit dem Ziel zu ermitteln, wie relevant bzw. wie gefragt ein Blog ist und natürlich auch um durch das Aufsteigen in den öffentlich einsehbaren Rankings immer mehr Publizität zu erlangen, also immer mehr Internetbenutzer auf sich aufmerksam machen zu können.

Jeder der nicht nur für sich und den engsten Freundeskreis bloggt, wird ein Interesse daran haben, daß möglichst viele Surfer auf den eigenen Blog aufmerksam werden. Ähnlich wie ein Website-Betreiber ja durchaus auch das Ziel hat, möglichst viele Besucher zu verzeichnen. Hier kommt dann auch der Wettbewerbsgedanke ins Spiel, da man sich und sein Blog ja auch immer mit anderen Blogs vergleicht. Wenn ich z.B. durchschnittlich 100 Zugriffe pro Stunde habe, sagt das allein noch nicht viel aus. Erst wenn ich mir ansehe, wie viel Zugriffe andere Blogger pro Stunde verbuchen können, kann ich einschätzen, ob ich ein verhältnismäßig viel gelesenes Blog betreibe oder nicht.

Auch bei den MSN Spaces wurde diese Idee inzwischen aufgegriffen, so kann man für sein Lieblingsblog abstimmen und jede Woche wird auf Basis dieser Abstimmung dann eine aktuelle Top10 der deutschsprachigen MSN Spaces ermittelt. Die Lösung ist natürlich insofern wenig ausssagekräftig, als daß nur ein Bruchteil aller MSN Spaces User an dieser Abstimmung teilnimmt. Um nach oben zu gelangen, muß man selbst erst mal kräftig dafür werben, daß Besucher für den Blog abstimmen sollen. Aussagekräftiger wäre es da sicherlich, die Gesamtzugriffszahlen zu ermitteln. In die Top10 würden dann automatisch jene Blogs kommen, die pro Woche die meisten Besucher verbuchen können. Ein Wert also, der sich unabhängig davon ermitteln läßt, ob der Besucher jetzt noch zusätzlich an einer entsprechenen Abstimmung teilnimmt.

Natürlich ist auch diese Variante fragwürdig, weil nicht automatisch das Blog das inhaltlich beste ist, das die meisten Besucher hat bzw. das die meisten Links für sich verbuchen kann. Quantität sagt bekanntlich nichts über Qualität aus. Dasselbe gilt natürlich auch für das Vote-System der Spaces Community, wo jeder einfach sein Lieblingsblog wählt ohne daß es feststehende Kriterien dafür gibt, was eigentlich ein gutes Blog auszeichnet. So kann theoretisch auch ein inhaltlich völlig belangloses Blog nach oben kommen, nur weil es z.B. hübsche Schriftzeichen hat, von denen die Masse der MSN Benutzer ganz angetan ist.

Das Problem ist nur, wie will man Qualität messen? Es gibt ja keine feststehenden Richtlinien, was einen qualitativ hochwertigen Blog ausmacht oder nicht. Deswegen beschränkt man sich in der Regel auf die Zugriffszahlen bzw. auf die Anzahl der Links im Netz, die auf das Blog verweisen. Ein Blog das viel besucht, viel gelesen und viel verlinkt wird, so die Annahme, ist vermutlich auch interessant und qualitativ hochwertig.

Neben diversen Countern, die die Zugriffszahlen registrieren, gibt es im Netz auch verschiedene Dienste wie Technorati, die automatisch erfassen, wie Blogs untereinander verlinkt sind. So findet man bei der Technorati-URL zu meinem Blog z.B. 20 MSN Spaces, die mich verlinken. Den Rekord was die deutschsprachigen MSN Spaces angeht hält vermutlich zur Zeit Tiefdruckgebiet, der 112 Links auf seinen Space verzeichnen kann (darunter auch weiter hinten in der Liste diverse asiatische, keine Ahnung wie er das geschafft hat :D).

Ein anderer interessanter Dienst ist z.B. PubSub, auch hier wird erfaßt, wer wann wohin gelinkt hat bzw. wer wann von wem verlinkt wurde. Verknüpfe ich PubSub mit der URL zu meinem Blog, erfahre ich alle InLinks und OutLinks des letzten Monats. Wann habe ich von meinem Blog wohin einen Link gesetzt und wann hat jemand zu mir einen Link gelegt. Am 28. September gab es auf meinem Blog z.B. insgesamt 11 Links zu spiegel.de, 7 Links zu archiv.tagesspiegel.de, 5 zu de.wikipedia.org, usw. Umgekehrt kann ich mir aber z.B. auch ansehen, wer außer mir noch am selben Tag zu spiegel.de gelinkt hat und finde nur ein Blog, das am selben Tag mehr Links auf spiegel.de zu verzeichnen hatte.

Weder für PubSub noch Technorati muß man sich mit einem Account anmelden (kann man natürlich), man wird von diesen Diensten erfaßt, ob man will oder nicht. Und so stößt man dann oft zufällig auf Statistiken über das eigene Blog, die man nie "in Auftrag gegeben hat". In der Regel ist das natürlich Spielerei, doch ich bin z.B. über Technorati auf MSN Spaces gestoßen, auf denen ich verlinkt wurde, ohne daß ich diese Spaces überhaupt kannte. Natürlich kann man auch an der internen MSN Spaces Statistik erkennen, von wo sich jemand auf den eigenen Space geklickt hat. Doch diese Statistik archiviert nur die letzten Zugriffe und ist bei weitem nicht so ausführlich.

Links:

- PubSub
- Technorati

Montag, August 29, 2005

"MSN Volk" wählt Julia Bonk zur neuen Kanzlerin

Eine Umfrage in meinem Blog und den MSN Groups "Herzflimmern" und "Politisch inkorrekt" zum Thema wer denn die rein optisch beste Kanzlerin wäre, brachte folgendes Ergebnis:

Für Julia Bonk:
Hartzog, Aqualis, Störte, eiskönigin_22, Querulant, EasyStoned

Für Katherina Reiche:
Linda, digame, Compumouse

Für Sahra Wagenknecht:
obram, Bloomsday

Für Dr. Silvana Koch-Mehrin:
koenigLudwig

Für Annette Widmann-Mauz:
Thomasdada

Zusammenfassend also 6 Stimmen für Julia Bonk, 3 Stimmen für Katherina Reiche, 2 Stimmen für Sahra Wagenknecht und jeweils eine für Silvana Koch-Mehrin und Annette Widmann-Mauz. Damit ist Julia Bonk die neue MSN-Bundeskanzlerin der "Herzen"! :D

Mittwoch, August 24, 2005

Mehr Space Power

Der englischsprachige Ableger von MSN Spaces ist technisch schon etwas weiter, dort bieten einem sog. "PowerToys" mehr Gestaltungsraum was den Blog betrifft. In Deutsch werden diese Funktionen zwar offiziell nicht supported, sind aber natürlich auch einsetzbar, wie die SpacesCommunity dokumentiert.

Voraussetzungen:
- Die Spracheinstellung kurzfristig einmal auf Englisch umstellen
- Der Einsatz des Internet Explorers als Browser

PowerToy: Tweak UI
Mit "Tweak UI" läßt sich die die Farbdarstellung (Hintergrundfarbe, Linkfarbe, Hintergrundbild, usw.) des Blogs verändern.

PowerToy: Custom HTML
"Custom HTML" erlaubt es ein Modul in den Blog zu integrieren, in welchem man HTML-Tags einfügen kann. Damit kann man z.B. Counter an den Seitenrändern platzieren und nicht wie bisher nur in den nach unten rutschenden Blog-Einträgen selbst (wie z.B. auch in diesem wieder). Auch andere Images, wie z.B. eigene Logos im Kopf des Blogs lassen sich so integrieren.

PowerToy: Windows Media Player
Auch der Windows Media Player kann jetzt als Modul in den Blog integriert werden, um Videos oder Lieder abzuspielen.

Die für die Aktivierung der Erweiterung nötige kurzzeitige Umstellung auf Englisch stört weniger, was momentan noch nervt, ist die Nicht-Unterstützung der PowerToys in anderen Browsern. Aber damit läßt es sich sicherlich leben, unterm Strich ist das schon ein wesentlicher "Evolutionsschritt", weil es eine weit aus individuellere Gestaltung des Space erlaubt. Der HTML-Code der Templates wird zwar nicht völlig zum Editieren freigegeben, doch kann man am äußeren Erscheinungsbild des Blogs deutlich mehr selber machen als zuvor.

Samstag, August 20, 2005

Die rein optisch beste Kanzlerin?

Ich denke, es ist Konsens, daß das äußere Erscheinungsbild von Politikern bei ihrer Bewertung eine nachgeordnete Rolle spielen sollte. Klar sollte so ein Politiker in der heutigen Zeit "fernsehtauglich" rüberkommen können, aber hübsch auszusehen ist nicht unbedingt das, was man in erster Linie von Politikern erwartet.

Vernachlässigen wir aber für einen Augenblick alle parteipolitischen Präferenzen und inhaltlichen Überlegungen, welche deutsche Politikerin wäre rein optisch die beste Kanzlerin? Damit hier nicht nur Namen von Schauspielerinnen und Models fallen, habe ich die Suche etwas eingegrenzt: Es dürfen nur Frauen genannt werden, die auch tatsächlich in Deutschland in einer Partei politisch tätig sind (und da wird die Suche dann schon deutlich schwieriger :p).

Hier meine Vorschläge, sagt mir, welche ihr wählen würdet. Ansonsten dürft ihre eure Wunschkandidatin natürlich gerne ergänzen ;).

Katherina Reiche, CDU
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Sahra Wagenknecht, Linkspartei
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Julia Bonk, parteilos (Linkspartei nahestehend)
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Dr. Silvana Koch-Mehrin, FDP
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Anna Lührmann, Grüne
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Barbara von Wnuk-Lipinski, CDU
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Prof. Dr. Margarita Mathiopoulos, FDP
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Mittwoch, Juli 27, 2005

Isolationsplanet MSN Spaces

Rechts seht ihr, daß ich meine Blogroll erweitert habe. "Blogroll" ist der fachlich gängige Begriff für Linklisten die von Blogs auf andere Blogs verweisen, also das, was auf MSN Spaces häufig unter "Meine Favoriten", "Diese Blogs lese ich", etc. gelistet wird.

Blogrolls dienen also der Vernetzung innerhalb der so genannten Blogosphäre (eng. Blogosphere). Unter dem Begriff Blogosphäre wird der Zusammenschluß aller Blogs weltweit verstanden. Innerhalb dieser Betrachtungsweise stehen Blogger also nicht allein, sondern werden als eine eigene Gemeinschaft, als soziales Netz verstanden. Der Idee der Blogosphäre hinken die MSN Spaces leider etwas hinterher, da hier ein wesentlicher Grundgedanke des Bloggens -- nämlich daß Blogger auch Blog-Einträge von anderen Bloggern aufgreifen, kommentieren und zitieren -- sträflich vernachlässigt wird.

Neben der Möglichkeit Blog-Einträge von Dritten kommentieren zu können, stellt dabei die Trackback-Funktion eine wesentlichen "Evolutionsschritt" in Weblog-Entwicklung dar. Trackback dient eigentlich dazu, Blogger A darüber in Kenntnis zu setzen, daß einer seiner Blog-Einträge von Blogger B aufgegriffen wurde. Im Blog-Eintrag von Blogger A taucht dann unter den Kommentaren auch die URL und eine kurze Zusammenfassung des Blog-Eintrags von Blogger B auf, in dem dieser besagten Blog-Eintrag von Blogger A aufgreift. Jeder der jetzt den Blog-Eintrag von Blogger A liest, kann auch erkennen, daß es einen weiteren Blog-Eintrag zum selben Thema gibt, nämlich den von Blogger B. Bei MSN beschränkt man sich darauf, eine entsprechende URL bereitzustellen, auf die kurze Zusammenfassung des zweiten Eintrags die dann im Appendix des ersten Eintrags auftauchen würde, hat man verzichtet. Auf URL-Basis ist es allerdings möglich, auch in den MSN Spaces mit Trackbacks zu arbeiten. Nur: keiner nutzt die Funktion.

Dies hat meiner Ansicht nach im wesentlichen zwei Gründe. Erstens gibt es in den deutschsprachigen MSN Spaces Blogs wenig bis keine Inhalte, die eine Weiterverbreitung (oder größere Diskussionen) sinnvoll erscheinen lassen würden. Zweitens ist die Idee, Blogs als Netzwerk zu verstehen, über welches Informationen nicht nur bereitgestellt, sondern auch verbreitet und weitergedacht werden, noch nicht bei der Mehrheit der MSN Blogger angekommen. Entweder man hat noch nichts davon gehört, daß der Begriff "Gegenöffentlichkeit" heute oft mit Weblogs assoziiert wird oder man hat einfach grundsätzlich nie etwas von dem Konzept der "Gegenöffentlichkeit" gehört.

Unbekannt sind bei MSN Spaces Bloggern auch Anbieter wie Technorati, Suchmaschinenbetreiber die sich auf Weblogs spezialisiert haben. Allein Technorati hat zur Zeit 14 Millionen Blogs indiziert. Natürlich gibt es dort auch ein Ranking, je mehr Links es gibt, die auf ein Blog verweisen, desto höher steht es im Ranking. Es geht hier also erst mal um ein rein quantitatives, nicht zwangsläufig qualitatives Ranking. Dennoch sagt dieses Ranking natürlich schon etwas darüber aus, wie beliebt und bekannt ein Blog ist. Unter den Top100 Blogs befindet sich gerade mal zwei die bei MSN Spaces gehostet werden, nämlich ein Taiwanischer und ein in Englisch gehaltener. Immerhin acht Blogs werden bei Konkurrent Google (blogspot.com) gehostet. Der Rest sind in der Regel Blogs mit eigener Domain.

In meiner Blogroll finden sich neben den MSN Spaces die ich lese nun einige Blogs, die auch unter die Top100 bei Technorati fallen, darunter natürlich auch die Mutter aller Blogs, das Boing Boing Blog. Allerdings wird bei Technorati in den oberen Rängen kein einziges deutschsprachiges Weblog gelistet. Es gibt aber natürlich eine recht breite und produktive deutsche Blog Community, die Mehrzahl der Links in meiner Blogroll verweist auf solche deutschen Blogs, die ich persönlich gerne lese. Es sei jedem der Blogs bisher nur bei MSN liest empfohlen, sich einige dieser Blogs anzusehen. Einfach nur um mal zu sehen, daß es auch jenseits der weitgehend isolierten MSN Spaces Welt auch noch andere Blogs gibt.

Links:

- Definition Blogroll
- Definition Blogosphere
- Definition Trackback
- Definition Gegenöffentlichkeit
- Definition Technorati

Sonntag, April 10, 2005

Verbesserungsvorschläge für MSN Spaces

MSN hat vor wenigen Tagen das Beta-Stadium von MSN Spaces beendet. Viel geändert haben sie nicht mehr, im wesentlichen kamen einige Templates dazu und bestehende wurden teilweise etwas modifiziert. Begrüßenswert ist dabei, daß etliche etwas dezentere Templates dazugekommen sind, denn nicht jeder steht auf irgendwelche knallbunten Blumendesigns oder solche mit irgendwelchen Tier- oder sonstigen Themen-Motiven.

Dennoch fehlen nach wie vor ein paar wichtige Features, die eigentlich jedes moderne Blogging-System haben sollte.
  1. Daß es einige Templates mehr gibt, ist zwar schon ein Fortschritt, noch viel besser wäre es aber, man könnte sie selber ganz individuell gestalten. Bei der Konkurrenz von blogger.com geht das zum Beispiel. Da kann man durch Eingriffe in den HTML-Code ein ganz individuelles Webdesign kreieren, sofern man HTML beherrscht (was nun nicht so schwer ist). Vielleicht hat man bei MSN einfach Angst, die Mitglieder würden dann unbeabsichtigt ihren Space demolieren. Aber auch dem kann man vorbeugen, indem man einen Button einfügt, der den HTML-Code wieder in den Ursprungszustand zurückversetzt

  2. Auch das Kommentar-System ist noch verbesserungsfähig. Manchmal möchte man die Diskussion zu einem Blog-Eintrag weiterverfolgen, verliert aber den Überblick, wo man überall einen eigenen Kommentar angefügt hat. In dem Fall wäre eine Option sinnvoll, daß man auf Wunsch automatisch per Email benachrichtigt wird, wenn bei irgend einem Blog jemand auf einen der eigenen Kommentare antwortet. Außerdem kann man Kommentare grundsätzlich ggf. nur löschen, sie aber im Gegensatz zu den Blog-Einträgen nicht editieren, um vielleicht etwas zu korrigieren. Was weiterhin nervt, ist die begrenzte Anzahl von Zeichen, die ein Kommentar maximal haben darf. Will man vielleicht mal etwas längeres schreiben, muß man seinen Beitrag in mehrere Kommentare splitten.

  3. Auch wäre ein automatisches Backup-Feature für den eigenen Blog nicht schlecht. Per Button werden dabei alle Einträge und Kommentare z.B. in einer zip-Datei zusammengefaßt, die man dann lokal auf der Festplatte speichern kann. Will man dagegen seinen Blog konventionell speichern, ist das eine zeitraubende Arbeit und man schleppt immer auch Code mit, den man nicht mal unbedingt braucht. Natürlich hat auch MSN Backups von allen Blogs (hoffentlich, für den Fall, daß die Server mal wirklich abkacheln), um auf Nummer sicher zu gehen, sollte man aber auch dem User die Möglichkeit bieten, seinen Blog selber zu backupen. Auch das gibt es bei anderen Blog-Systemen.

  4. Gut wäre auch die Option, das Datum für den Blog-Eintrag modifizieren zu können. Manchmal hat man zwei Tage keinen Eintrag, dann aber an einem Tag gleich drei Einträge, die man aber lieber gleichmässig über die Wochentage verteilen möchte. Oder man schreibt fünf Einträge auf "Vorrat", die nicht sofort im öffentlichen Teil des Blogs erscheinen sollen, sondern erst nach und nach automatisch in den kommenden Tagen (z.B. wenn man in Urlaub fährt und der Blog dann automatisch weiterlaufen soll, mit Einträgen die man auf Vorrat gespeichert hat). Manchmal will man vielleicht auch ein Ereignis kommentieren, das schon mehrere Tage zurückliegt und da wäre es begrüßenswert, den Blog-Eintrag rückdatieren zu können.

  5. Positiv wäre zudem, wenn man die 30 MB die einem zur Verfügung gestellt werden, nicht nur für Bilder nutzen könnte, sondern auch für andere Dateien. Zum Beispiel Word- oder pdf-Dateien, mit Selbstgeschriebenem, das man zum Download anbieten möchte. Vermutlich kann man solche Dateien auch schon jetzt hochladen, doch die landen dann halt als "Fotos" in einem Fotoalbum.

  6. Zwar gibt es eine Liste mit aktualisierten Spaces, zusätzlich wäre jedoch ein Gesamtverzeichnis aller öffentlich zugänglichen Spaces nicht schlecht, das man dann durchstöbern kann, statt immer nur die Spaces zu sehen, die gerade eben aktualisiert wurden. Sinn und Zweck von MSN Spaces ist es doch auch, daß viele Besucher den eigenen Blog besuchen. Man könnte dann bestimmte Kategorien einführen, z.B. alle Spaces die sich mit dem Thema "Sport" befassen. In welche Kategorie der eigene Blog am ehesten paßt, legt der Benutzer dann selber fest. Ansatzweise findet man so etwas schon bei den englischsprachigen MSN Spaces unter dem Projekt "What's your story?", bei dem als eine Art Anreiz die besten Blogs vorgestellt werden. So etwas wäre für MSN Spaces in Deutschland auch nicht schlecht.
Links:

- Neue, längere Liste mit den jeweils aktualisierten Spaces (Deutsch)
- What's your story? -- Besonders erwähnenswerte MSN Spaces (English)

Donnerstag, April 07, 2005

Kommunismus bei MSN :p

Sicherheitshinweis auf der neuen MSN Spaces Startseite:

"Denken Sie beim Erstellen Ihres persönlichen Space daran, dass alles, was Sie darin veröffentlichen, von den Personen verwendet werden kann, die sich Ihren Space ansehen können. Sie sollten niemals personenbezogene Informationen auf Ihrem Space veröffentlichen, z. B. Ihre Adresse, Telefonnummer, Personalausweisnummer oder Kreditkartendaten. Wir wünschen Ihnen viel Spaß mit Ihrem Space!"

Alles kann von allen verwendet werden, alles gehört allen *lacht*