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Freitag, November 16, 2007

Die Wurstigkeit des SPIEGELS unter Stefan Aust

"... Tatsächlich wirkte der Spiegel viel zu oft so, als säße der Chefredakteur irgendwo in Stade im Pferdestall oder so tief in die Ledersitze eines VW-Touareg oder Porsche 911 versunken, dass man kaum noch rausschauen kann. Mal erklärte das Nachrichtenmagazin auf dem Titel Hamburg zur coolsten Stadt der Welt, dann entdeckte er 'Second Life' oder pries die Klimakatastrophe als touristischen Heilsbringer für Sibirien. Die Strom-Industrie wurde quasi jede Woche anders bewertet: Mal klarsichtig als oligarchische Krake, dann wieder als letzter Hort der Vernunft in Zeiten der Klimahysterie.

... Diese Form der Wurstigkeit hat selbst den loyalsten Redakteuren mittlerweile klargemacht, dass etwas schief läuft beim Nachrichtenmagazin, und dass der Themenkanon des Chefredakteurs wohl doch nicht mehr ausreicht, um ein zeitgemäßes Blatt zu machen. Es gibt kein Bernsteinzimmer mehr auszugraben, keine Bugklappe der 'Estonia' zu heben, kein Gehirn der Meinhof mehr zu untersuchen - das waren so die Steckenpferde des Spiegel-Chefs, danach wurde er irgendwie lustlos. Zumal es auch nicht klappte, Joschka Fischer zu stürzen.

... Der Spiegel hat in einer immer ausdifferenzierteren Gesellschaft, in der etliche Lebensstile nebeneinander existieren, unbeirrbar ein zu großes Raster angelegt und immer neue Trends ausgerufen, die in Wahrheit nicht nur haarscharf an der Realität vorbeigingen. Der Kampf gegen die Windkraft, das Gerede vom 'neuen Bürgertum', der nicht nachlassende Furor gehen die politischen Gutmenschen, die es in der Zahl, wie sie der Spiegel bekämpft, ja nie gegeben hat - wen interessierte das denn noch?

Was hatte das mit der Realität außerhalb des Restaurant Borchardt zu tun, in dessen Sesseln Aust, Schirrmacher und Springer-Chef Mathias Döpfner einst den Sturm auf die Rechtschreibreform planten. Dass sich Aust in dieser Situation zum Büttel von Bild-Chef Kai Diekmann und dem Springer-Verlag hat machen lassen, ist eigentlich der größte Sündenfall in seiner Spiegel-Karriere..."

(Oliver Gehrs)

Mittwoch, Oktober 31, 2007

Jeff Dunham: Achmed, the Dead Terrorist



Jeff Dunham gilt als einer der zur Zeit beliebtesten Bauchredner und Stand-up Comedians in den USA. Er arbeitet mit diversen Bauchredner-Puppen (von diesen ist "Walter" vermutlich die bekannteste), jede hat einen eigenen Charakter und ein eigenes Markenzeichen .

Eine von Dunhams neusten Puppen ist "Achmed, the Dead Terrorist", ein Selbstmordattentäter, der nicht ganz so Furcht einflößend ist, wie er gerne wäre und nicht wahr haben will, daß er schon tot ist.

Auszüge:

Achmed: "Silence, I kill you!"

Achmed: "God-damn-it."
Achmed: "Oh, oh, I mean Allah-damn-it!"

Achmed: "Okay, I will not move my ass."
Walter: "You idiot, you don't have an ass."

Achmed: "Saddam's mustard gas is nothing compared to a Walter fart."

Dunham: "Look, if you've been in my suitcase all this time, how do we got thru security at the airports?"
Achmed: "Oh, that's easy, they open the suitcase and I go: 'Helloooo, I'm Lindsay Lohan.'"

Dunham: "So where do you get your recruits?"
Achmed: "The suicide hotline."

Dunham: "So do you like beeing in [Washington] D.C.?"
Achmed: "I think some idiots must live here."
Dunham: "Why?"
Achmed: "For example the Washington Monument".
Dunham: "Yes?"
Achmed: "It looks nothing like the guy. It looks more like a tribute to Bill Clinton."

Montag, April 16, 2007

Mohrs brachialer Sarkasmus

"Apropos Urteil: Die 'Mitwirkung' an mehreren Todesurteilen durch den Marinerichter a. D. Hans Filbinger, unter anderem Mitglied von SA und NSDAP, war natürlich auch nur erzwungen und gegen seinen innersten Willen - so, wie die Mitgliedschaft in den zentralen Organisationen des Nazi-Regimes ebenfalls nur 'formal' war, wie Filbinger einst beteuerte. Im Grunde war alles eine reine Formalie. Nur die Millionen Ermordeten haben das nie recht begreifen können." (Reinhard Mohr)

Donnerstag, April 05, 2007

Wie Cartman den wahren "Mastermind" hinter 9/11 enttarnt *rofl*

Cartman: So now, the inevitable question: if terrorists didn't cause 9/11, who did? [he begins to use his fingers to to show the numbers as he says them] Remember that there are in fact two towers. Two minus one is one; one one - 11; two minus one is one; one one, and there are nine members on Silverstein's board of directors. That's nine-one-one. Nine-eleven. And take 2 - 1 + 9/11 and you get 12, which leads us all to the mastermind of the 9/11 attacks. [click. Kyle now appears superimposed on the 9/11 picture already onscreen]. Kyle!

Kyle: Me??

Cartman: Twelve contains the numbers one and two, just like the toilet yesterday where womebody went number two instead of number one! And one and two with 911 and you get 914! Drop the 4 and it's 91! Exactly the score Kyle got on his spelling test twelve days after 9/11! Who has the most to gain from 9/11?! Kyle! Who was nowhere to be found the morning the towers fell?! Kyle! Who dropped the deuce in the urinal?! Kyle! But probably the most damning of all is the evidence seen in this photo of Tower 2! [clicks, and another shot of the Twin Towers is shown] When I zoomed in I saw what first appeared to be a blur, [he zooms in on the picture, which just becomes pixilated] but when I computer-enhanced it, [the pixilation disappears as the picture sharpens - it's a drawing of an evil Kyle with a large, sharp knife in his right hand] You almost got away with it, you sneaky butthole.

aus: South Park, Episode 1009, The Mystery of the Urinal Deuce

(Die Folge parodiert die zahlreichen Verschwörungstheorien zum 11. September, parallel zu den Hintermänner der Attentate soll in der Folge auch ein Schüler enttarnt werden, der sich in der Schule in einem Urinal erleichtert hat; Cartman führt beides in einem Schulreferat zusammen und macht wie immer Kyle als Verantwortlichen aus).

Mittwoch, März 28, 2007

Propaganda für EU-Verfassung

"Die Propagandamedaille in Gold verdiente sich jedoch nicht Brok, sondern der Online-Spiegel, der es schaffte, unter dem Titel 'Die wichtigsten Elemente der Verfassung' keine einzige konkrete Norm zu zitieren und alles wichtige zu verschweigen oder völlig verfälscht darzustellen. Warum man selten las, was eigentlich im EU-Verfassungsvertrag so drinsteht, das lag allerdings auch am schieren Volumen: unter Dutzenden von Seiten voll mit belanglosem Bürokraten-Blabla ließen sich handfeste Hinterfotzigkeiten gut verstecken." (Peter Mühlbauer)

Dienstag, März 27, 2007

Mit dem Kugelschreiber durchstreichen

"... Das war Deutschland 1977: In jeder Bäckerei, in jedem Metzgerladen, in jeder Filiale der Post, der Banken und Sparkassen hing der Gruppensteckbrief mit den Fotos und Namen der RAF-Leute, und wenn die staatlichen Sicherheitsorgane einen zur Strecke gebracht hatten, dann konnten die guten Deutschen das mit dem Stift noch einmal selber tun: einen wegmachen, durchstreichen, und ab dafür.

Das war schockierender als das Schießen und Morden selbst: diese Genugtuung der Mitläufer, daß es wieder einen erwischt hatte, zum Ausdruck gebracht im Durchstreichen eines Gesichts. Daß ich den Landsleuten nicht trauen konnte beziehungsweise ihnen eben alles zutrauen mußte, hatte ich im Geschichtsunterricht gelernt. Die Praxis zeigte: Die Deutschen hatten sich nicht geändert. Die wollten immer noch ausmerzen. Mit dem Kugelschreiber – und dann hinterher beteuern, daß man doch gar nichts getan habe. Ein Volk von Eichmännern. So lernte ich sie kennen, die Deutschen, im Jahr 1977.

... An der kitschigen, verlogenen Erinnerungsfolklore, die um Siegfried Buback und Hanns-Martin Schleyer betrieben wird, möchte ich mich nicht beteiligen. Nach Schleyer ist in Stuttgart eine Mehrzweckhalle benannt worden, die architektonisch dem Hochsicherheitsgefängnis in Stuttgart-Stammheim ähnelt. So gesehen sind die Täter und die Opfer, die ihrerseits Täter waren, doch noch zusammengelegt worden."

(Wiglaf Droste)

Freitag, Februar 23, 2007

Stoibers schönste Stilblüten

Präsident Breschnew:

"Ich habe es für wohltuend empfunden, daß die Bundeskanzlerin gegenüber dem amerikanischen Präsidenten Breschnew Guantanamo kritisiert hat und nicht mit dem Rechtsstaat in Übereinklang beurteilt hat (...)"

Asylgründe:

"(...) Absenkung des Na-, des, des, des, des, des, äh, Nach-, des, des, äh, Alters, des Alters der Kinder, wenn sie, des Nachzugsalters. Dann kommt der fünte Punkte, und der sechste Punkt, kommt dann sicherlich die Fragen, gleichge-, äh, nicht gleichgeschlechtlich, sondern äh, ob ich auch, äh, äh, Asylgründe schaffe außerhalb der politischen und der rassistischen Verfolgung, also auch Gründe, äh, wenn, aus, äh, wenn, wenn andere Gründe sozusagen also aus dem Geschlecht oder ähnlichem, äh, stattfindet, also ... Frauen, die irgendwie wegen ihres Frau-Seins irgendwo verfolgt werden, ob ich denen jetzt ein Asyl, einen zusätzlichen Asylgrund geb (...)"

Hauptbahnhof München:

"Wenn Sie, ah, vom Hauptbahnhof in München mit zehn Minuten, ohne daß Sie am Flughafen noch einchecken müssen, dann starten Sie im Grunde genommen am Flughafen am... am Hauptbahnhof in München, starten Sie ihren Flug. Zehn Minuten - schauen Sie sich mal die großen Flughäfen an. Wenn Sie in Heathrow in London oder sonstwo, meine se.. Chä... Charles de Gaulle, äh, in Frankreich oder in, äh, in, in, äh, in äh Rom, wenn Sie sich mal die Entfernungen ansehen, wenn Sie Frankfurt sich ansehen, dann werden Sie feststellen, daß zehn Minuten Sie jederzeit locker in Frankfurt brauchen, um ihr Gate zu finden. Wenn Sie von Flug..., vom Fl..., vom Hauptbahnhof starten, Sie steigen in den Hauptbahnhof ein. Sie fahren mit dem Transrapid in zehn Minuten an den Flughafen in... an den Flughafen Franz-Josef-Strauß. Dann starten Sie praktisch hier am Hauptbahnhof in München. Das bedeutet natürlich, daß der Hauptbahnhof im Grunde genommen näher an Bayern, an die bayerischen Städte heranwächst, weil das ja klar ist, weil aus dem Hauptbahnhof viele Linien aus Bayern zusammenlaufen."

Die anderen Brasilianer:

"Wer ein Trio vorne hat wie Ronaldo, Ronaldinho und, äh, äh, äh und äh, die anderen Brasilianer, Carlo... äh, Roberto Carlos, das ist, äh, das ist, äh, Rivaldo dazu noch, Rivaldo, äh, äh, ah, äh, Rivaldo und, äh, Ronaldinho und Rolda... und Ronaldo, also, das dann verloren zu haben, das ist zwar bitter, aber nicht so bitter."

Familienplanung:

"Wenn heute eine Familie ein Kind bekommt, eine Frau mit ihrem Mann oder umgekehrt (...)"

Der Problembär:

"Äh, natürlich freuen wir uns, das ist gar keine Frage, freuen wir uns, und die Reaktion war völlig richtig, einen, äh, sich normal verhaltenden Bär in Bayern zu haben, äh, ja das ist gar net zum Lachen. Äh, und der Bär im Normalfall, ich muß mich ja auch, äh, Werner Schnappauf hat sich natürlich hier äh intensiv äh mit so genannten Experten ausgetauscht und austauschen, äh, müssen. Nun haben wir, der normal verhaltende Bär lebt im Wald, geht niemals raus und reißt vielleicht ein bis zwei Schafe im Jahr. Äh, wir haben dann einen Unterschied zwischen dem normal sich verhaltenden Bär, dem Schadbär und dem äh Problembär. Und, äh, es ist ganz klar, daß, äh, dieser Bär, äh, ein Problembär ist und es ist im Übrigen auch, im Grunde genommen, äh durchaus äh ein gewisses Glück gewesen, er hat um 1 Uhr nachts praktisch diese Hühner gerissen. Und Gott sei Dank war in dem Haus, äh, war, also jedenfalls ist das nicht bemerkt worden. Auf Grund von, äh, es ist nicht bemerkt worden. Stellen Sie sich mal vor, der war ja mittendrin, stellen Sie sich mal vor, die Leute wären raus und wären praktisch jetzt, äh, dem Bären praktisch begegnet. Äh, was da hätte passieren können."

Die gludernde Lot:

"Es muß zu schaffen sein, meine Damen und Herren, wenn ich die CDU anseh', die Repräsentanten dieser Partei an der Spitze, in den Ländern, in den Kommunen, dann bedarf es nur noch eines kleinen Sprühens, sozusagen, in die gludernde Lot, in die gludernde Flut, daß wir das schaffen können und deswegen... in die lodernde Flut, wenn ich das sagen darf, und deswegen, meine Damen und Herren."

Eine Blume hinrichten:

"Wenn ich mal dann halbe Stunde, ne Stunde oder zwei Stunden am Sonntag im Garten sitz', und es ist einigermaßen gutes Wetter, da trang... da tanke ich Kraft, äh, und, äh, ich hab's mir auch angewöhnt, daß ich jeden Tag in der Früh' in den Garten schau und vielleicht eine Blume hinrichte, oder, äh, oder aufrichte, ja, und a bissl´ mähen tu ich und ansonsten sag ich meiner Frau, was ich alles tun würde, und dann macht sie es, beziehungsweise mit dem Gärtner zusammen."

Keine regellose Regelung:

"Dann hätte man für Deutschland eine Regelung, hätte keine regellose Regelung, und die Länder, die die das nicht regeln wollen, die haben dann die Bundesregelung, und die Länder, die das, äh, regeln wollen, können dann das für sich regeln."

Nachzuhören z.B. bei SPON.

Mittwoch, Februar 21, 2007

Except the super-AIDS *rofl*

Linda: Butters, what on earth are you doing??

Butters: Well I think... I'm like the kid in that movie! I-I'm seeing dead people!

Linda: Dead people?

Stephen: Who's seeing dead people?

Butters: Me! I saw a ghost!

Stephen: Now, Butters, there's no such thing as ghosts.

Butters: But I saw him! Just as plain as I'm seein' you right now!

Stephen: Butters, these things happen all the time. You've got a very active little brain and your mind was just playing tricks on you.

Butters: Ruh, really?

Stephen: Yeess.

Butters: So... so it was just... it was... just my ima... magination then?

Stephen: That's right. There's no reason to be afraid of things that aren't real. There's plenty of real things to be scared of. Like super-AIDS.

Butters: Huh s-s-super-AIDS?

Stephen: That's right. A new form of AIDS which is resistant to drugs. Just one teaspoon of super-AIDS in your butt and you're dead in three years.

Butters: AAAH! [drops his flashlight] Oh Jesus.

Stephen: So now you feel better? Ghosts don't exist and there's nothing to be afraid of. Except the super-AIDS.

aus: South Park, Episode 906, The Death Of Eric Cartman

("Super AIDS" ist eine Anspielung auf eine Medien-Hysterie im Frühjahr 2005, als in New York ein Mann angeblich an einer besonders aggressiven Variante des HI-Virus erkrankte; die Existenz des sogenannten "Super AIDS" konnte aber nie wirklich belegt werden. Siehe auch hiv.net)

Montag, Februar 05, 2007

Pappsüßer Kakao, der an Eisenhüttenstadt 1981 erinnert *roflmao*

"... Längst bietet das wacklige Gebäude keinen Schutz mehr, ein eisiger Wind weht hindurch und treibt herrenlose Plastiktüten vor sich her. Aus den gelben, roten, grünen und blauen Mülleimern quillt der Unrat, Zigarettenkippen bedecken den Boden des früheren Nichtraucherbahnhofs. Ein Bild des Verfalls. Die Benutzung der Latrinen kostet zwar noch 80 Cent, aber sie stinken zum Himmel. Weißlicher Schaum steht in den Toilettenschüsseln, das Klopapier ist rationiert. Eine Lache im Gleisbett zeugt von einsickerndem Wasser. World’s End...

Wenn man sich in Mehdorns Endzeitdiktatur eine Weile von der Odyssee des Grauens erholen will, ist das auch kein Zuckerschlecken. Im Café des verruchten Bahnhofs kostet der angebliche 'Cappucchino' 2,50 Euro, lauwarm und ohne Keks. Der Kakao erinnert an Eisenhüttenstadt 1981 und ist pappsüß. Im Kiosk gibt es nur schlechte Bücher zu erwerben: Schröders Memoiren zum Beispiel. Und die Beschäftigten in den trist und apokalyptisch wirkenden Läden wissen: Sie dürfen den Todesbahnhof erst als letzte verlassen..." (Regina Stötzel & Stefan Wirner)

Dienstag, Januar 30, 2007

War of Worldcraft *lacht*

"... Von Menschen wie Rainer Poloczek. Seit einem Monat ist der gelernte Ofensetzer jetzt Lern-Sklave bei dem Adventuregame 'War of Worldcraft', dem größten Online-Spiel mit über acht Millionen freiwilligen Mitgliedern. Ein Zahnarzt aus Barmbek mit dem Spieleralias 'painmaster' hat Poloczek gebucht und benutzt ihn jetzt als Waffenträger, Boxsack und Futter für die Tiere. 'Ich muss sagen, ich werde insgesamt gut behandelt', meint Poloczek dazu und guckt wie ein Heimkind. 'Ist ja alles nur ein Spiel. Außerdem kürzt mir das Amt sonst die Bezüge.' ...

'Da ist dann schon mal die Arbeit von zwölf Stunden futsch, aber was soll man machen?', erklärt achselzuckend Familienvater Poloczek, dessen halbwüchsiger Sohn Kevin (Spielername: 'Superfukkk88') ihm wertvolle Tipps ('Halt's Maul, du Opfer') im Umgang mit dem neuen Medium gibt. Auch seine Frau Doris (Spielername: 'SexyFeeDoris') unterstützt die neue Karriere ihres Mannes: 'Herumgesessen hat er immer schon gern.'..." (CHRISTIAN BARTEL)

Montag, Dezember 18, 2006

Bild und RTL -- Bohlens beste Freunde

"Vielleicht kann man sich in die Lage Bohlens nicht hineinversetzen, wenn man noch nie mit einer Waffe bedroht wurde; wenn einem noch nie 60.000 Euro in bar gestohlen wurden; wenn man noch nie vor der Frage stand, wie man in einer solchen Situation handeln soll: die Ruhe bewahren, Widerstand leisten oder davonlaufen. Vielleicht ist es nach einem solchen Schock eine ganz natürliche Reaktion, das Fernsehen anzurufen und die größte deutsche Boulevardzeitung. Und dennoch kommt man nicht darum herum, sich zu fragen, wie kaputt eigentlich ein Mensch sein muß, der überhaupt nicht nachdenkt, bevor er die mediale Aufbereitung seines Schicksals einleitet; der nicht erst ein paar gute Freunde anruft, mit denen er die Sache bespricht. Was aber das allertraurigste ist: Genau das hat Bohlen wohl getan - vom Nachdenken einmal abgesehen. Die 'Bild'-Zeitung und RTL: Das sind seine besten Freunde." (Harald Staun)

Samstag, Dezember 09, 2006

P-F-A-R-M-E-R

"...

'In welcher Position haben Sie bisher gearbeitet?'

Ich sage: Projektmanagement.

Leider gibt es die Bezeichnung in ihrem Computersystem nicht. Ich schlage vor: Nehmen Sie Marketing, und denke, dass dies ja doch eine sehr häufig verwendete Bezeichnung ist. Da wird sich doch wohl etwas im System finden lassen wird.

Der Computer gibt mir recht und spuckt an die dreißig Vorschläge aus. Ich soll die Stellenbeschreibung wählen, die am besten zu meiner jetzigen passt. Ich will aber nicht wählen, die Vorschläge sind alle viel zu speziell und keiner trifft meinen bisherigen Aufgabenbereich.

Schließlich sage ich: Schreiben Sie Produktmanagement, das umfasst alles.

Das gibt es dann tatsächlich und so finden wir meinen bisherigen Beruf nach einer guten Viertelstunde.

'In welcher Branche waren Sie denn?'

Ich sage Pharma und sehe entsetzt zu, wie die Bearbeiterin meines Vertrauens 'P-F-A-R-M-E-R' in die Suchmaske eingibt. Ich schwanke zwischen Lachen und entsetztem Aufstöhnen, verkneife mir jedoch beides und warte ab, was der Computer dazu zu sagen hat. Ob der vielleicht mit einer automatischen Rechtschreibkorrektur ausgestattet ist? Ist er nicht.

Ich sehe zu, wie die Dame noch mehrere Versuche unternimmt, bevor ihr der Gedankenblitz kommt und sie ihre Eingabe in 'P-H-A-R-M...' ändert.

Warum ich nichts sage? Ich stehe unter Schock und denke gleichzeitig: Das kann sich nun wirklich niemand ausdenken!

..."

aus: Juliane Hartig, "Vor der Tür", Der Tagesspiegel, 08.12.06

Freitag, November 24, 2006

In Reihenhausansammlungen wird nicht Amok gelaufen!

"Wer einmal das münsterländische Emsdetten besuchte, könnte zu der Einsicht gelangt sein: Emsdetten an sich ist Grund genug, dass einer um sich schießt. Aber das kommt nicht gut an; zu viele Menschen in Deutschland leben in genau solchen mausetoten Kleinkaffhöllen, nennen sie Idylle und sind zutiefst schockiert, fassungslos und alles, wenn einer, der bei der Heileweltveranstaltung nicht erfolgreich mitmachen kann oder darf, nicht so mediterran entspannt reagiert, wie das für Deutsche seit der Fußball-WM 2006 ja Pflicht ist. Also gilt: In Reihenhausansammlungen wie Emsdetten wird nicht Amok gelaufen! Das macht man in Berlin oder anderen Verderbnispfuhlen, das können dann alle befriedigt abnicken und sagen: Großstadt, ja klar, da passiert so was, da sind ja alle krank, nicht so wie wir, die kerngesunden Kleinstädter, bramm bramm bramm." (WIGLAF DROSTE)

Samstag, August 19, 2006

Gerhard Richter bei 618,7 MHz *lol*

"Plötzlich, bei 618,7 Megahertz, erscheint das Abbild einer Benutzeroberfläche auf dem Schirm vor ihm, schwarzweiß und leicht verwaschen wie ein Bild von Gerhard Richter. Eine lange Excel-Preistabelle flimmert auf, die wie von Geisterhand um weitere Einträge ergänzt wird." (Hilmar Schmundt)

Mittwoch, August 16, 2006

Und noch ein Auszug

Rose Darko: Do you even know who Graham Greene is?

Kitty Farmer: I think we've all seen Bonanza.

*lacht*

Dienstag, August 15, 2006

Dialog aus Donnie Darko *rofl*

Sean Smith: Beer and pussy. That's all I need.

Ronald Fisher: We gotta find ourselves a Smurfette.

Sean Smith: Smurfette?

Ronald Fisher: Yeah, not some tight-ass Middlesex chick, right? Like this cute little blonde that will get down and dirty with the guys. Like Smurfette does.

Donnie: Smurfette doesn't f***.

Ronald Fisher: That's bullshit. Smurfette f***s all the other Smurfs. Why do you think Papa Smurf made her? Because all the other Smurfs were getting too horny.

Sean Smith: No, no, no, not Vanity. I heard he was a homosexual.

Ronald Fisher: Okay, then, you know what? She f***s them and Vanity watches. Okay?

Sean Smith: What about Papa Smurf? I mean, he must get in on all the action.

Ronald Fisher: Yeah, what he does, he films the gang-bang, and he beats off to the tape.

Donnie: [shouts] First of all, Papa Smurf didn't create Smurfette. Gargamel did. She was sent in as Gargamel's evil spy with the intention of destroying the Smurf village. But the overwhelming goodness of the Smurf way of life transformed her. And as for the whole gang-bang scenario, it just couldn't happen. Smurfs are asexual. They don't even have... reproductive organs under those little, white pants. It's just so illogical, you know, about being a Smurf. You know, what's the point of living... if you don't have a dick?

Sean Smith: [pause] Dammit, Donnie. Why you gotta get all smart on us?

Samstag, August 05, 2006

Die Gewaltaprikose

"Es ist ein prächtiger A***geigenreigen, der sich jährlich in Bayreuth aufmandelt und aufmaschelt: Autohausbesitzer, die in Kultur machen, Damen wie Mutti Roth, Muschi Stoiber oder die Gewaltaprikose Angela Merkel, und obendrauf reicht man die dazu passenden Künstlerhalunken. Die Wirkung von Wagners Musik ist schon unangenehm genug, aber das Volk, das da hinlatscht und sich abfeiert, geht gar nicht." (WIGLAF DROSTE)

Mittwoch, August 02, 2006

Poodles of Imperialism

Chávez hinterläßt auf seiner "Weltreise" einen bleibenden Eindruck, auch Rußland bildet da keine Ausnahme. In den russischen Medien wird sein Auftritt breit gewürdigt, z.B.:

"He calls Christ the first socialist in the world; George Bush an alcoholic; pro-Washington Latin American presidents poodles of imperialism"

:p

Samstag, Juli 29, 2006

Verliererfahnen auf sonnenverbrannten Brüsten

"Man lernt nie aus. Während der Fußballweltmeisterschaft habe ich gelernt, dass "die Leichtigkeit des Seins" (Reinhold Beckmann) in Deutschland folgendermaßen aussieht: hektoliterweise Bier saufen, mit heiserer Stimme "SIEG" bellen, den nackten behaarten Arsch aus dem Autofenster halten und sich als Frau die schwarz-rot-goldene Verliererfahne auf die sonnenverbrannten Brüste schminken. Was an diesem Verhalten "leicht" und "heiter" sein soll, konnte mir zwar auch der an Plappersucht leidende Beckmann nicht erklären, aber wozu braucht man Argumente, wenn man dumpfe Emotionen hat. So ist das eben in einem Land, in dem Rammstein als Rockmusik und Rudi Carrell als Entertainer gilt." (HARTMUT EL KURDI)