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Dienstag, August 21, 2007

Stasi 2.0

Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat in den zwei Jahren in denen er jetzt im Amt ist etwas vollbracht, was ihm vorher keineswegs jeder zugetraut hätte: Er hat sich mit seinen Plänen zum Ausbau der Bürgerüberwachung in der Netzgemeinde noch unbeliebter als sein Vorgänger Otto Schily (SPD) gemacht.

In Schilys Amtszeit fielen unter anderem immerhin die sog. "Otto-Kataloge", zwei während der "9/11-Nachwehen" verabschiedete Sicherheitspakete die bis heute stark umstritten sind, weiterhin ein skandalöser Referentenentwurf zur Nachbesserung der gesetzlichen Verankerung des "Großen Lauschangriffs" 2004 (der nach heutiger Einschätzung nur rein formal Zypries' Namen trug), die Einführung von Reisepässen mit biometrischen Merkmalen (2005); und auch die Dienstanweisung für verdeckte Onlinedurchsuchungen ging 2005 noch auf sein Konto (wurde später vom Bundesgerichtshof einkassiert). Nicht zufällig wurde Schily daher 2005 mit einem "Lifetime" Big Brother Award "geehrt".

Das zu toppen erschien selbst für einen Wolfgang Schäuble nur recht schwer machbar. Dank dem Festhalten an den Plänen zur Einführung von verdeckten Onlinedurchsuchungen (siehe "Bundestrojaner"), selbst gegen Widerstände in der Großen Koalition, und natürlich wegen der geplanten Einführung der sog. Vorratsdatenspeicherung, steht Schäuble aber nun kurz davor mit Schily in einem Atemzug genannt zu werden, wenn es um den Ausbau Deutschlands zu einem Überwachungs- bzw. Präventionsstaat geht (ich konzentriere mich hier auf die Pläne, die zur einer Aushöhlung des Datenschutzes und der Privatsphäre führen, es kommen andere Punkte, die auch unter Sicherheitspolitik fallen, hinzu).

Besonders die geplante Vorratsdatenspeicherung sorgt im politisch engagierten Teil der Internetgemeinde zur Zeit für viel Unmut. Vorratsdatenspeicherung "bezeichnete ursprünglich die Speicherung von personenbezogenen Daten für eine spätere Verarbeitung, wobei der Verarbeitungszweck zum Zeitpunkt der Speicherung noch nicht klar feststeht. (...) In der politischen Diskussion wird der Begriff Vorratsdatenspeicherung mittlerweile als Synonym für die Speicherung von Telekommunikationsdaten für Strafverfolgungszwecke verwendet: Telekommunikationsanbieter sollen verpflichtet werden, die für Abrechnungszwecke erhobenen Verkehrsdaten ihrer Kunden, Standortdaten und eindeutige Geräteidentifikationen für einen bestimmten Zeitraum zu speichern (Mindestspeicherfrist), damit Polizei und Nachrichtendienste darauf zugreifen können." (Wikipedia)

Es werden nach diesen Plänen also grundsätzlich alle Verbindungsdaten jedes Internet- und Telefon-Nutzers gespeichert, ein Verdachtsmoment muß nicht gegeben sein. Zu den Verbindungsdaten gehören Informationen darüber wer wann wo wie lange mit wem kommuniziert hat. Die Inhalte der Kommunikation werden nicht mitgeloggt (jedenfalls nicht automatisch). Noch nicht. In der Wikipedia heißt es:

"Datenschützer sowie linke und liberale Parteien protestierten und stellten den Sinn einer solchen Maßnahme zur Debatte, sie weise den Weg Richtung Überwachungsstaat: Wenn man sich nicht sicher sein könne, frei kommunizieren zu können, leide darunter die Zivilgesellschaft, und Bürger würden vor politischen Äußerungen im Internet zurückschrecken. Anonyme Seelsorge- und Beratungsdienste seien ebenso gefährdet, da weniger Menschen es wagen würden, diese Dienste zu nutzen.

(...) Juristisch wird argumentiert, eine Vorratsdatenspeicherung verstoße gegen die Grundrechte der Kommunizierenden und der Telekommunikationsunternehmen. In Deutschland liege ein Verstoß gegen das Fernmeldegeheimnis und das Recht auf informationelle Selbstbestimmung, gegen die Meinungs-, Informations- und Rundfunkfreiheit, gegen die Berufsfreiheit und gegen das Gleichbehandlungsgebot vor. Auf europäischer Ebene sei ein Verstoß gegen die Europäische Menschenrechtskonvention gegeben, und zwar gegen das Recht auf Achtung des Privatlebens und der Korrespondenz, gegen die Meinungsfreiheit und gegen das Recht auf Achtung des Eigentums.

Der Nutzen einer Vorratsdatenspeicherung sei gegenüber ihren schädlichen Folgen unverhältnismäßig gering. Eine verdachtsunabhängige Protokollierung des Telekommunikationsverhaltens der gesamten Bevölkerung sei exzessiv. Über 99% der von einer Vorratsdatenspeicherung Betroffenen seien unverdächtig und hätten keinen Anlass zu einer Protokollierung ihrer Kommunikation gegeben." (Wikipedia)

Dabei gibt es durchaus alternative Methoden, wie z.B. das in den USA angewendete "Quick Freeze"-Verfahren. Zum Zwecke der Strafverfolgung können hier die entsprechenden Daten der Verdächtigen vorübergehend "eingefroren" werden, sie werden dann nicht wie sonst vorgesehen gelöscht. Mit einem richterlichen Beschluß können die Strafverfolgungsbehörden dann auf diese eingefrorenen Daten zugreifen. Anders als bei der Vorratsdatenspeicherung werden aber eben nicht kollektiv alle Daten von allen Telefon- bzw. Internetnutzern geloggt.

In Deutschland soll jetzt im Herbst trotzdem die Vorratsdatenspeicherung im Bundestag verabschiedet werden, so daß ab Januar 2008 alle Kommunikationsdaten für sechs Monate gespeichert bleiben.

Dagegen formiert sich zunehmend Widerstand, zentrale Anlaufstelle ist die Website des AK Vorratsdatenspeicherung, auf der man alle Argumente ausführlich nachlesen kann und wo zu Demonstrationen wie jetzt demnächst wieder für Ende September aufgerufen wird.

Zum Symbol der "Widerstandsbewegung" wurde ein Konterfei Schäubles mit der Bildunterschrift "Stasi 2.0", welches auf dataloo.de zurückgeht. In einem Interview mit dem Süddeutsche Magazin "Jetzt" erklären die beiden Macher des Blogs, Dirk und Mac, wie sich die inzwischen berühmte Schablone entwickelt hat.


Die umstrittene "Stasi 2.0"-Schablone von Dirk Adler (dataloo.de), Creative Commons Lizenz.

Danach tauchte auf der Bloggerkonferenz re:publica zum ersten Mal der Begriff "Stasi 2.0" auf (in Anspielung auf den Web 2.0-Hype), der anschließend die Runde machte. Passend dazu kam dann die Idee auf, ihn mit einem Bild Schäubles zu verknüpfen.

Unumstritten ist der Slogan "Stasi 2.0" allerdings nicht, viele Gegner der Vorratsdatenspeicherung distanzieren sich von ihm, da sie den Vergleich mit der Stasi bei allem Unverständnis für Schäubles Politik für verfehlt halten (auf der Website des "AK Vorratsdatenspeicherung" findet er sich zum Beispiel nicht). Andere Gegner halten ihn dagegen für legitim, da er ja absichtlich provokativ gemeint ist und aufrütteln soll. Inzwischen können Unterstützer das Logo sogar als T-Shirt erwerben.

Natürlich ist es mit Aufrufen zu Demos und T-Shirts nicht getan. Auf der Website des "AK Vorratsdatenspeicherung" findet man auch eine Site mit Infos darüber, was man gegen die Einführung der Vorratsdatenspeicherung sonst noch tun kann. Zum Beispiele Briefe an Berufsverbände und Bundestagsabgeordnete versenden, Geld spenden, sich in den AK einbringen.

In einer weiteren Initiative geht es um eine "Sammelklage" bzw. eine Verfassungsbeschwerde vor dem Bundesverfassungsgericht, falls die Vorratsdatenspeicherung wirklich beschlossen wird (wovon auszugehen ist). Im Internet findet sich sogar ein Motivations-Video, das zeigen soll, wie einfach es ist, sich der Beschwerde anzuschließen.

Inzwischen gibt es eine ganze Palette von Anti-Schäuble-Websites im Netz, die sich mit den Plänen des Innenministers nicht abfinden wollen. Auf Seiten wie schaeuble-wegtreten.de oder informiert-wolfgang.de wird Schäubles Rücktritt gefordert bzw. sarkastisch mit seiner Politik abgerechnet.

Über uberwach.de kann man die Zugriffe der Bundes- und Landesministerien, sowie von Regierungs- und Oppositionsparteien auf den eigenen Blogs bzw. die eigene Website überwachen lassen. Ganz nach dem Motto: Es wird "zurück-überwacht". Auf der Website freiheitsredner.de kann man "Freiheitsredner" anfragen, die dann zum Beispiel in Schulen über Sinn und Zweck von Datenschutz und Privatsphäre referieren.

Wie stark die Anti-Schäuble-Bewegung inzwischen ist, konnte man auch unlängst auf dem aktuellen Titel der bekannten Computerzeitschrift CHIP nachlesen. Aufmacher der Ausgabe ist der "Schäuble-Blocker". Wörtlich: "Denn mit unseren Tipps lassen Sie staatliche Datensammler einfach ins Leere laufen. CHIP zeigt, wie Sie 100% anonym surfen, mailen, telefonieren und tauschen – mit den Anti-Schnüffel-Tools von unserer Heft-DVD".

Donnerstag, April 19, 2007

blogSquad durchbricht die 100-Posts-Schallmauer

Jetzt ist es amtlich, der blogSquad verzeichnete heute den 100. Blogeintrag seit seiner Gründung im Oktober 2006. Hier die Aufteilung dieser 100 Einträge nach Autoren:

Diese Aufsplittung macht meine Überpräsenz deutlich und einige meiner Crew-Mitglieder haben mir empfohlen selbst deutlich weniger zu bloggen, so daß die anderen eher bereit sind, was zu schreiben, um den Gruppen-Blog nicht verwaisen zu lassen. Ein guter Plan, ich bin jedoch skeptisch, ob er aufgeht. Der Rest wird bestimmt nicht automatisch mehr bloggen, nur weil ich weniger blogge, das Resultat wären einfach nur noch weniger Einträge :D.

Das kreyki nach mir die meisten Einträge vorzuweisen hat überrascht insofern, als daß man zuletzt nichts mehr von ihm gelesen hat. Die Erklärung ist natürlich, daß seine 7 Posts alle auf die Anfangstage zurückgehen. Besonders ernüchternd ist die Anzahl jener Crew-Mitglieder, die bisher noch keinen einzigen Eintrag gepostet haben. Sri und Frape sind insofern entschuldigt, als daß sie zu Mitgliedern erklärt wurden, ohne explizit ihre Bereitschaft dazu geäußert zu haben ;). Dana windet sich (wie andere Mitglieder auch) damit heraus, daß sie einfach nichts interessantes zu bloggen hätte, Zora ist einfach lustlos (auch das eine beliebte Begründung).

Kreyki und Ona waren in den ersten Wochen gut dabei, haben sich aber inzwischen weitestgehend aus der Blogosphäre zurückgezogen. Kasia hat auch recht schnell aufgegeben, Tiefdruckgebiet scheint auch ideenlos und hat sich gerade mal zu einem Post durchringen können. Von mir mal abgesehen lebt der Blog zur Zeit hauptsächlich von Guapine, Anne und Qf.

Eigentlich bleibt mir da nur auf einen verregneten Sommer zu hoffen, damit die Verteilung der nächsten 100 Posts nicht ähnlich einseitg ausfällt :p.

Mittwoch, April 11, 2007

re:publica 2007

Vom heutigen Mittwoch (11.04.07) bis zum Freitag (13.04.07) findet in der Berliner Kalkscheune die "re:publica" statt, eine Blogger-Konferenz, die sich mit einem weiten Themenspektrum von "Web 2.0" über "Open Source" bis zu "Social Media" beschäftigt:

"Soziale Netzwerke, Blogs, Podcasts, Videocasts, Online- und Offline-Communities und -Services - all diese Aspekte werden bei der re:publica ebenso umfassend zur Sprache kommen wie Hintergründe, die Philosophie, die Prinzipien, die rechtlichen Grundlagen der sozialen (R)evolution im Netz.

Kurzum: Es geht um Kultur.

Neben den Diskussionen und Vorträgen wird es Workshops geben und auch kommerzielle Aspekte kommen zur Sprache: re:publica wird diskutieren, ob und wie man als Blogger oder Podcaster seinen Lebensunterhalt verdienen kann und auf bisherige Erfahrungen zurückblicken." (Info at re:publica)

Organisiert und durchgeführt wird die Konferenz von Johnny Haeusler, dessen Blog Spreeblick zu den bekanntesten im deutschsprachigen Raum zählt und bereits mit einem "Grimme Online Award" ausgezeichnet wurde, sowie der Agentur "newthinking communications", hinter der unter anderem auch Markus Beckedahl steckt, ein weiteres "Schwergewicht" in der deutschen Blogosphäre. Beckedahl ist in erster Linie für sein Blog netzpolitik.org bekannt, das ebenfalls als sehr einflußreich gilt und viel gelesen wird.

Die Liste der Vortragenden und Workshop-Leitenden liest sich wie ein Who-is-who der deutschen Web-Community. Entsprechend vielseitig ist dann auch das Programm der re:publica.

Am ersten Tag referiert unter anderem Ralf Bendrath über "Identität im Netz", Tim Pritlove über die "Generation MashUp", Torsten Kleinz über "Trolle im Netz", Stefan Niggemeier (BILDblog.de) über die Frage der Notwendigkeit einer Blog-Etikette und Don Dahlmann geht der philosophischen Frage nach, ob wir schon im Netz leben oder nur so tun.

Am zweiten Tag informiert Kurt Jansson über die Zukunft der Wikipedia, Udo Vetter klärt über rechtliche Aspekte beim Bloggen auf, Markus Beckedahl setzt sich mit "Politik 2.0" auseinander, und der "Bad Boy" der deutschen Blogosphäre, Felix Schwenzel (wirres.net), darf natürlich auch nicht mit einem Vortrag fehlen. Das Highlight des Tages ist aber sicherlich Régine Debattys Vorstellung ihres Kult-Blogs We Make Money Not Art! (WMMNA).

Am dritten Tag gibt es dann eine Bloglesung, unter anderem mit MC Winkel, während Constanze Kurz über "Datenschutz im Web 2.0" referiert. Katharina "Lyssa" Borchert (siehe auch hier) geht der Frage nach, ob der viel gepriesene neue Citizen Journalism auch die Bürger bewegt. Schließlich referiert Jörg Kantel (Schockwellenreiter.de) über die Entwicklung der Weblogs in Deutschland.

Eine Tageskarte kostet 20 Euro für einfache Besucher (Unternehmen zahlen 40 Euro). Ein Besuch lohnt sich also nur, wenn man sich gleich mehrere Vorträge anhört bzw. dann vielleicht auch mal an einem der angebotenen Workshops teilnimmt. Tickets für einzelne Veranstaltungen gibt es dagegen nicht, alternativ konnte man sich aber im Vorfeld "akkreditieren". Pro Tag werden jetzt noch 50 Tageskarten zugesichert, im Wiki haben sich aber schon bis zu 80 Leute die Tagestickets vorangemeldet, jetzt noch reinzukommen erscheint daher unwahrscheinlich.

Die Nachfrage nach Tickets übersteigt also deutlich das vorhandene Angebot, es interessieren sich weitaus mehr Personen für die Konferenz, als die Veranstalter je gedacht hätten. Ein klares Indiz, daß die Konferenz ein Erfolg wird und das Themenspektrum offenbar auf viel Interesse stößt. Wer will, kann sein Glück reinzukommen ja trotzdem noch versuchen, es scheint sich wirklich zu lohnen.

Montag, Februar 19, 2007

Frisch aus dem Archiv (1)

Heute ist Rosenmontag, aus gegebenem Anlaß sei daher auf diese älteren Einträge verwiesen:

Sonntag, Dezember 10, 2006

What the f... is studiVZ?

Die zumeist englischsprachigen Nutzer der Blog-Suchmaschine Technorati waren verwirrt, als der Begriff "studivz" sich wochenlang auf den ersten drei Plätzen der "Top Searches" hielt und schließlich nur von Britney Spears (und ihren Unten-ohne-Unfällen) abgedrängt werden konnte. studiVZ? What the f... is studiVZ?

Nun, "studiVZ" ist die Abkürzung für "Studiverzeichnis" einem bei der deutschen Studentenschaft beliebten Kommunikationsportal. Gegründet wurde es von Ehssan Dariani, der sich die Idee vom amerikanischen Pendant "Facebook" abgeschaut hatte. Facebook gehört ebenso wie das bekanntere MySpace zu den sogenannten "Sozialen Netzwerken" im Internet, denen im noch andauernden "Web 2.0"-Hype eine zentrale Stellung zukommt. Im Unterschied zu MySpace handelt es sich bei Facebook bzw. studiVZ allerdings um Netzwerke speziell für Studenten.

Das mit diesen "Sozialen Netzwerken" gutes Geld zu machen ist, hat unlängst der Börsengang des Business-Portals "XING" (ehemals "openBC") bewiesen, eigenen Angaben zufolge fließt dem Unternehmen dadurch aus einer Kapitalerhöhung um 1,35 Millionen Aktien ein Nettoemissionserlös in Höhe von rund 35,7 Millionen Euro zu (heise newsticker, 07.12.06). Abzuwarten bleibt natürlich, wie sich der Kurs entwickelt. Aber es gibt ja auch noch andere Möglichkeiten, MySpace etwa wurde im Juli 2005 vom Medienmogul Rupert Murdoch für 580 Millionen US-Dollar gekauft (Wikipedia), im Oktober 2006 ließ sich Google die Übernahme des beliebten Videoportals YouTube sogar umgerechnet 1,31 Milliarden Euro kosten (Wikipedia). Der Gang an die Börse ist für viele dieser neuen Web-2.0-Unternehmen nur der erste Schritt, das langfristige Ziel lautet bei einer Übernahme durch einen "Big Player" den großen Reibach zu machen.

Und auch für studiVZ sah zunächst alles ganz gut aus, erst im November 2005 gegründet konnte man schon ein Jahr später über eine Million Mitglieder vorweisen (Wikipedia). Inwieweit sich darunter Doppel- bzw. Nichtstudi-Anmeldungen befinden weiß natürlich keiner genau. Eine Million registrierte Studierende würde bedeuten, daß sich schon jeder zweite Student in Deutschland einen Account bei studiVZ zugelegt hat, was als doch etwas zu hoch gegriffen erscheint. Richtig ist aber sicherlich, daß studiVZ in einem relativ kurzen Zeitraum rasant gewachsen ist.

Doch mit diesem rasanten Wachstum begannen auch die Probleme, denn die technische Infrastruktur wuchs nicht in der nötigen Geschwindigkeit mit, immer wieder kam es zu längeren Ausfällen des Portals. Darüber hinaus bekam der Gründer von studiVZ, Ehssan Dariani, zunehmend Image-Probleme. So fiel er negativ dadurch auf, daß er selbstgedrehte Videos von Frauen unter anderem von einer Party-Toilette ("chick auf mitte party // WC") bei studiVZ publizierte. Weiterhin sicherte er sich die Domains voelkischer-beobachter.de und voelkischerbeobachter.de, um auf diesen Seite mit Nazisymbolik für eine Party zu werben. Das sei "Satire" gewesen, betonte er anschließend (SPON, 15.11.06).

Der Blogger Robert Basic hatte darüber hinaus bereits Anfang November eine fragwürdige Geschäftspraktik von studiVZ aufgedeckt: die studiVZ-Macher betätigten sich als Domaingrabber, indem sie Domains registrierten, die vom Namen her eigentlich den studiVZ Konkurrenten "StudyLounge" und "Unister" zuzurechnen gewesen wären (Basic Thinking, 01.11.06). Auch sah sich studiVZ dem Verdacht ausgesetzt, kritische Stimmen innerhalb der eigenen Community durch ein repressives Regelwerk mundtot machen zu wollen. So hieß es noch vor kurzem bei studiVZ: "Folgende Gruppen akzeptieren wir nicht: Gruppen, die Kritik am StudiVZ ausüben; Gruppen, die wir nicht mögen; Gruppen für Meinungs- und Rezeptionsfreiheit" (zitiert nach: SPON, 15.11.06).

Endgültig im freien Fall und im Zentrum einer negativen Berichterstattung in der Blogosphäre befand sich studiVZ dann nach der Veröffentlichung eines Artikels des einflußreichen Bloggers (und ehemaligen Dotcomtod-Mitglieds) "Don Alphonso". Alphonso thematisierte den auf StudiVZ grassierenden Sexismus in Verbindung mit massiven Problemen im Datenschutz (blogbar, 23.11.06). So wies er auf eine Gruppe mit 700 Mitgliedern hin, die mit den Fotos von Studentinnen Misswahlen veranstalteten, ohne daß diese von ihrem "Glück" etwas wußten. Die Siegerin wurde dann von der gesamten Gruppe aus Stalkern kollektiv auf ihrem Profil "gegruschelt", einem studiVZ internen Begriff der für eine Mischung aus "kuscheln" und "begrüßen" steht, und faktisch eine Form von Anmache / Flirten meint.

Die ausschließlich männlichen Mitglieder der "Stalker Gruppe" machten sich bei ihren "Misswahlen" eine Sicherheitslücke im System zu nutze, die es ihnen erlaubte die Bilder der "Kandidatinnen" direkt in ihre Gruppe einzubinden, wie Don Alphonso dokumentierte. Als wäre das nicht genug, wurden weitere Realdaten der Studentinnen weiter verbreitet, wie etwa der volle Klarname oder sogar die Anschrift. Der Skandal bekam dann noch mal eine ganz neue Dimension als herauskam, daß einer der Mitgründer von studiVZ von diesen Vorgängen Kenntnisse hatte, aber dagegen nicht einschritt, sondern sich im Gegenteil bemühte selber Mitglied der besagten "Stalker Gruppe" zu werden (SPON, 27.11.06).

Ende November, Anfang Dezember erschienen dann in der Blogosphäre immer wieder Berichte über neue Sicherheitslücken, die es auch erlaubten Daten einzusehen, die für Dritte eigentlich nicht zugänglich sein sollten. Neben Don Alphonso war es besonders Jörg-Olaf Schäfers, der in seinem Blog immer wieder auf neue Sicherheitsprobleme bei studiVZ hinwies. Nachdem dann schließlich noch ein Wurm eine XSS-Lücke ausnutze, ging das Portal endgültig offline (heise Security, 03.12.06). Fünf Tage dauerte die Auszeit, erst dann war studiVZ wieder online (heise Security, 06.12.06).

Um den ramponierten Ruf wieder herzustellen, ergriffen die Macher von studiVZ einige Gegenmaßnahmen. So forderten sie die Nutzer auf, an einem neuen Verhaltenskodex mitzuwirken, damit Fehlverhalten von Mitgliedern in Zukunft ausgeschlossen werden könne (heise newsticker, 28.11.06). Weiterhin lobte man zunächst 128 Euro später 256 Euro Belohnung für jede gefundene Sicherheitslücke aus (heise Security, 30.11.06). Nach Protesten einen solchen "Hacker-Wettbewerb" auf einem System mit echten Benutzerdaten durchzuführen, ruderte studiVZ zurück und stellte stattdessen ein paralleles Testsystem mit Dummydaten zur Verfügung.

Ob es studiVZ gelingen wird, sich von dem erlittenen Image-Schaden noch einmal zu erholen, wird in der Blogosphäre kontrovers diskutiert. Fakt ist, daß inzwischen sogar der AStA der FU Berlin und der ReferentInnenrat der HU Berlin in Presserklärungen vor studiVZ warnen und den Studenten raten, ihre Accounts bei dem Portal zu löschen. Auch der "freie zusammenschluss von studentInnenschaften (fzs)" hat von seiner geplanten Zusammenarbeit mit studiVZ inzwischen wieder Abstand genommen (YAMB.BETA², 07.12.06).

Parallel dazu haben sich satirische Websites wie "frickelVZ" gebildet, die die Skandale um studiVZ persiflieren. Auf "pennerVZ" kann der Arbeitslose von heute ebenfalls in ein "Soziales Netzwerk" eintreten. Die studiVZ-kritische Seite "studiVZBoykott" wurde dagegen schon wieder aus dem Netz genommen.

Weiterführende Links zur Skandalserie um das "studiVZ":

- Einträge bei Technorati
- Einträge bei blogbar (Don Alphonso)
- Einträge bei YAMB.BETA² (Jörg-Olaf Schäfers)
- Einträge im heise newsticker

Freitag, November 17, 2006

Wikipedia in der Defensive

"Aber was, wenn da etwas Schwerwiegendes über jemanden behauptet wird, und er kann sich nicht so ohne weiteres Gehör verschaffen? Schnell wird der Einzelne Opfer des Mobs; die Gefahr von Wiki-Lynchjustiz halte ich für sehr real. In der Wikipedia-Welt bestimmen jene die Wahrheit, die am stärksten besessen sind. Dahinter steckt der Narzissmus all dieser kleinen Jungs, die der Welt ihren Stempel aufdrücken wollen, ihre Initialen an die Mauer sprayen, aber gleichzeitig zu feige sind, ihr Gesicht zu zeigen."

Derart hart urteilt der "Digitalvisionär" Jaron Lanier im Interview mit dem SPIEGEL über Wikipedia. "Die schlimmste [Idee] ist der Glaube an die sogenannte Weisheit der Massen, die im Internet ihre Vollendung finde", so Lanier weiter. Ich habe zwar auch so meine Probleme mit der "Weisheit der Massen", glaube aber nicht, daß Wikipedia dafür das richtige Beispiel ist.

Das interessante am Phänomen Wikipedia ist ja gerade, daß mit dem Wiki-Prinzip so viele qualitativ hochwertige Artikel entstanden sind, die den Vergleich mit Standard-Enzyklopädien wie dem Brockhaus nicht scheuen müssen. Natürlich finden sich nach wie vor viele Artikel die Schrott sind und bevor man Infos aus der Wikipedia für wahr nimmt, sollte man sie immer noch mal prüfen. Unterm Strich findet man aber ein breites Angebot an Wissen und Informationen, das einem oft weiterhilft.

Die Kritiken sind bei genauer Betrachung meistens schwach, so trägt Laniers Argument, die Wikipedia-Autoren würden sich hinter ihrer Anonymität verstecken, wenig. Tatsächlich treffen sich ja viele Stamm-User ganz real und nicht wenige verwenden auch im Netz ihren tatsächlichen Namen. Selbst wenn sie sich aber auf die Verwendung eines Pseudonyms beschränken, führt das nicht zu einem Mangel an Verantwortlichkeit ("Wer unsichtbar ist, ist unangreifbar. Die Wahrheit hingegen bekommen Sie nur mit Verantwortlichkeit"). Viele dieser anonymen Autoren übernehmen ja nicht zuletzt dadurch Verantwortung, daß sie falsche oder schlicht weg blödsinnige Informationen wieder entfernen bzw. ersetzen. Natürlich besteht zwischen den Begriffen Verantwortung und Verantwortlichkeit ein Unterschied, aber selbst wenn der ursprüngliche Autor wegen seiner Anomymität (die ja oft auch nur vermeintlich existiert) nicht verantwortlich gemacht werden kann, übernehmen andere ebenfalls anonyme Autoren insofern Verantwortung, als daß sie den Blödsinn umgehend löschen, da sie sich dem Projekt und seinen Idealen verpflichtet fühlen. Und ob der Vandalismus unter dem Wikipedia leidet besser in den Griff zu kriegen wäre, wenn jeder Veränderungen nur noch unter seiner Reallife-Identität vornehmen könnte? Das größere Problem sind ja nicht die bewußt falschen Artikel, sondern die unbewußten (d.h., der Autor ist sich nicht darüber im Klaren, was für einen Unsinn er schreibt). Dagegen würde auch kein Zwang die eigene Reallife-Identität zu offenbaren helfen.

Dennoch wird die Kritik in den Medien an Wikipedia immer lauter, seit man auch dort begriffen hat, daß das Wiki-Prinzip natürlich potentiell auch offen für Manipulationen ist. Jeder nicht sofort berichtigte Falscheintrag mutiert auf einmal zum Beleg dafür, daß die Wikipedia nicht viel taugt. Erst vor kurzem griff die Süddeutsche Zeitung die Problematik auf und baute absichtlich Fehler in Wikipedia-Einträge ein, um zu sehen wie viele davon gefunden würden und wie lange es dauert. Von 17 Falschinformationen deckte die Wikipedia-Community aber 12 auf, noch bevor die SZ ihren "Skandalartikel" abdruckte, eine noch passable Quote.

Besonders dreist mutet allerdings die neue "Wiki-Fehlia"-Kampagne der Bild-Zeitung an. Ausgerechnet Deutschlands größtes Boulevard-Blatt, berühmt berüchtigt für seine Falschinformationen (siehe BILDblog), rief seine Leser dazu auf, in der "Wiki-Fehlia" nach Fehlern zu suchen und diese dann Bild zu melden. Schließlich berichtete Bild dann über "Schmutz-Einträge", erstes "Promi-Opfer" sei Dieter Thomas Heck, über den in der Wikipedia unter anderem zu lesen war, er hätte "nach einem Bombenangriff drei Tage lang onanierend unter einer Kellertreppe" gelegen. Erstens handelt es sich bei dieser Information recht offensichtlich um einen pubertären Scherz, zweitens wurde der Unsinn zügig wieder aus dem Eintrag entfernt (wie Bild selber einräumt) und drittens wurde die Falschinformation just an dem Tag in die Wikipedia eingetragen, an dem die Bild-Zeitung öffentlich dazu aufgerufen hatte nach Fehlern in der Wikipedia zu suchen, wie BILDblog herausgearbeitet hat.

Nüchtern betrachtet sind das alles recht müde Skandalisierungs-Versuche. Entgegen den vielen Unkenrufen klappt das in der Wikipedia mit dem Ausfiltern von Falschinformationen und dem Hervorbringen von qualitativ brauchbaren Artikeln recht gut. Natürlich wird es immer wieder Fehler geben, die den zahlreichen Autoren nicht auffallen und dann unter Umständen länger in einem Artikel bestehen oder die wegen einer kontroversen Diskussion lange brauchen, bevor sie endgültig verschwunden sind. Nur solange man Informationen aus Wikipedia-Artikeln nicht automatisch als unumstößliche Wahrheit betrachtet, sollte das kein Problem sein.

Sonntag, Oktober 01, 2006

Mittwoch, Februar 22, 2006

Gefühlsbetontes Bloggen

Einfach nur herrlich ist der letzte bei SPON veröffentlichte Comic von Jamiri, dort versucht dieser einen Kumpel davon zu überzeugen, wie ein Blog idealtypisch aussehen sollte -- mit begrenztem Erfolg... doch seht selbst.

Daß selbst Bloggger ganz reale Personen sind, kann Florian Steglich bestätigen, der in einem Telepolis-Artikel anschaulich von einer Blogger-Lesung des Handelsblatts berichtet.

Mittwoch, Oktober 26, 2005

Blog Statistiken

Zu den typischen Fetischen die man in der Blogosphäre beobachten kann gehört auch, daß sich Blogger gerne an Statistiken weiden: Wie viele Leute haben letzten Monat auf mein Blog zugegriffen? Wie viele Leute haben mein Blog auf ihrem verlinkt? Wer zitiert alles aus meinem Blog? usw. Auf Basis dieser Angaben werden Rankings erstellt, mit dem Ziel zu ermitteln, wie relevant bzw. wie gefragt ein Blog ist und natürlich auch um durch das Aufsteigen in den öffentlich einsehbaren Rankings immer mehr Publizität zu erlangen, also immer mehr Internetbenutzer auf sich aufmerksam machen zu können.

Jeder der nicht nur für sich und den engsten Freundeskreis bloggt, wird ein Interesse daran haben, daß möglichst viele Surfer auf den eigenen Blog aufmerksam werden. Ähnlich wie ein Website-Betreiber ja durchaus auch das Ziel hat, möglichst viele Besucher zu verzeichnen. Hier kommt dann auch der Wettbewerbsgedanke ins Spiel, da man sich und sein Blog ja auch immer mit anderen Blogs vergleicht. Wenn ich z.B. durchschnittlich 100 Zugriffe pro Stunde habe, sagt das allein noch nicht viel aus. Erst wenn ich mir ansehe, wie viel Zugriffe andere Blogger pro Stunde verbuchen können, kann ich einschätzen, ob ich ein verhältnismäßig viel gelesenes Blog betreibe oder nicht.

Auch bei den MSN Spaces wurde diese Idee inzwischen aufgegriffen, so kann man für sein Lieblingsblog abstimmen und jede Woche wird auf Basis dieser Abstimmung dann eine aktuelle Top10 der deutschsprachigen MSN Spaces ermittelt. Die Lösung ist natürlich insofern wenig ausssagekräftig, als daß nur ein Bruchteil aller MSN Spaces User an dieser Abstimmung teilnimmt. Um nach oben zu gelangen, muß man selbst erst mal kräftig dafür werben, daß Besucher für den Blog abstimmen sollen. Aussagekräftiger wäre es da sicherlich, die Gesamtzugriffszahlen zu ermitteln. In die Top10 würden dann automatisch jene Blogs kommen, die pro Woche die meisten Besucher verbuchen können. Ein Wert also, der sich unabhängig davon ermitteln läßt, ob der Besucher jetzt noch zusätzlich an einer entsprechenen Abstimmung teilnimmt.

Natürlich ist auch diese Variante fragwürdig, weil nicht automatisch das Blog das inhaltlich beste ist, das die meisten Besucher hat bzw. das die meisten Links für sich verbuchen kann. Quantität sagt bekanntlich nichts über Qualität aus. Dasselbe gilt natürlich auch für das Vote-System der Spaces Community, wo jeder einfach sein Lieblingsblog wählt ohne daß es feststehende Kriterien dafür gibt, was eigentlich ein gutes Blog auszeichnet. So kann theoretisch auch ein inhaltlich völlig belangloses Blog nach oben kommen, nur weil es z.B. hübsche Schriftzeichen hat, von denen die Masse der MSN Benutzer ganz angetan ist.

Das Problem ist nur, wie will man Qualität messen? Es gibt ja keine feststehenden Richtlinien, was einen qualitativ hochwertigen Blog ausmacht oder nicht. Deswegen beschränkt man sich in der Regel auf die Zugriffszahlen bzw. auf die Anzahl der Links im Netz, die auf das Blog verweisen. Ein Blog das viel besucht, viel gelesen und viel verlinkt wird, so die Annahme, ist vermutlich auch interessant und qualitativ hochwertig.

Neben diversen Countern, die die Zugriffszahlen registrieren, gibt es im Netz auch verschiedene Dienste wie Technorati, die automatisch erfassen, wie Blogs untereinander verlinkt sind. So findet man bei der Technorati-URL zu meinem Blog z.B. 20 MSN Spaces, die mich verlinken. Den Rekord was die deutschsprachigen MSN Spaces angeht hält vermutlich zur Zeit Tiefdruckgebiet, der 112 Links auf seinen Space verzeichnen kann (darunter auch weiter hinten in der Liste diverse asiatische, keine Ahnung wie er das geschafft hat :D).

Ein anderer interessanter Dienst ist z.B. PubSub, auch hier wird erfaßt, wer wann wohin gelinkt hat bzw. wer wann von wem verlinkt wurde. Verknüpfe ich PubSub mit der URL zu meinem Blog, erfahre ich alle InLinks und OutLinks des letzten Monats. Wann habe ich von meinem Blog wohin einen Link gesetzt und wann hat jemand zu mir einen Link gelegt. Am 28. September gab es auf meinem Blog z.B. insgesamt 11 Links zu spiegel.de, 7 Links zu archiv.tagesspiegel.de, 5 zu de.wikipedia.org, usw. Umgekehrt kann ich mir aber z.B. auch ansehen, wer außer mir noch am selben Tag zu spiegel.de gelinkt hat und finde nur ein Blog, das am selben Tag mehr Links auf spiegel.de zu verzeichnen hatte.

Weder für PubSub noch Technorati muß man sich mit einem Account anmelden (kann man natürlich), man wird von diesen Diensten erfaßt, ob man will oder nicht. Und so stößt man dann oft zufällig auf Statistiken über das eigene Blog, die man nie "in Auftrag gegeben hat". In der Regel ist das natürlich Spielerei, doch ich bin z.B. über Technorati auf MSN Spaces gestoßen, auf denen ich verlinkt wurde, ohne daß ich diese Spaces überhaupt kannte. Natürlich kann man auch an der internen MSN Spaces Statistik erkennen, von wo sich jemand auf den eigenen Space geklickt hat. Doch diese Statistik archiviert nur die letzten Zugriffe und ist bei weitem nicht so ausführlich.

Links:

- PubSub
- Technorati

Mittwoch, August 24, 2005

Mehr Space Power

Der englischsprachige Ableger von MSN Spaces ist technisch schon etwas weiter, dort bieten einem sog. "PowerToys" mehr Gestaltungsraum was den Blog betrifft. In Deutsch werden diese Funktionen zwar offiziell nicht supported, sind aber natürlich auch einsetzbar, wie die SpacesCommunity dokumentiert.

Voraussetzungen:
- Die Spracheinstellung kurzfristig einmal auf Englisch umstellen
- Der Einsatz des Internet Explorers als Browser

PowerToy: Tweak UI
Mit "Tweak UI" läßt sich die die Farbdarstellung (Hintergrundfarbe, Linkfarbe, Hintergrundbild, usw.) des Blogs verändern.

PowerToy: Custom HTML
"Custom HTML" erlaubt es ein Modul in den Blog zu integrieren, in welchem man HTML-Tags einfügen kann. Damit kann man z.B. Counter an den Seitenrändern platzieren und nicht wie bisher nur in den nach unten rutschenden Blog-Einträgen selbst (wie z.B. auch in diesem wieder). Auch andere Images, wie z.B. eigene Logos im Kopf des Blogs lassen sich so integrieren.

PowerToy: Windows Media Player
Auch der Windows Media Player kann jetzt als Modul in den Blog integriert werden, um Videos oder Lieder abzuspielen.

Die für die Aktivierung der Erweiterung nötige kurzzeitige Umstellung auf Englisch stört weniger, was momentan noch nervt, ist die Nicht-Unterstützung der PowerToys in anderen Browsern. Aber damit läßt es sich sicherlich leben, unterm Strich ist das schon ein wesentlicher "Evolutionsschritt", weil es eine weit aus individuellere Gestaltung des Space erlaubt. Der HTML-Code der Templates wird zwar nicht völlig zum Editieren freigegeben, doch kann man am äußeren Erscheinungsbild des Blogs deutlich mehr selber machen als zuvor.

Mittwoch, Juli 27, 2005

Isolationsplanet MSN Spaces

Rechts seht ihr, daß ich meine Blogroll erweitert habe. "Blogroll" ist der fachlich gängige Begriff für Linklisten die von Blogs auf andere Blogs verweisen, also das, was auf MSN Spaces häufig unter "Meine Favoriten", "Diese Blogs lese ich", etc. gelistet wird.

Blogrolls dienen also der Vernetzung innerhalb der so genannten Blogosphäre (eng. Blogosphere). Unter dem Begriff Blogosphäre wird der Zusammenschluß aller Blogs weltweit verstanden. Innerhalb dieser Betrachtungsweise stehen Blogger also nicht allein, sondern werden als eine eigene Gemeinschaft, als soziales Netz verstanden. Der Idee der Blogosphäre hinken die MSN Spaces leider etwas hinterher, da hier ein wesentlicher Grundgedanke des Bloggens -- nämlich daß Blogger auch Blog-Einträge von anderen Bloggern aufgreifen, kommentieren und zitieren -- sträflich vernachlässigt wird.

Neben der Möglichkeit Blog-Einträge von Dritten kommentieren zu können, stellt dabei die Trackback-Funktion eine wesentlichen "Evolutionsschritt" in Weblog-Entwicklung dar. Trackback dient eigentlich dazu, Blogger A darüber in Kenntnis zu setzen, daß einer seiner Blog-Einträge von Blogger B aufgegriffen wurde. Im Blog-Eintrag von Blogger A taucht dann unter den Kommentaren auch die URL und eine kurze Zusammenfassung des Blog-Eintrags von Blogger B auf, in dem dieser besagten Blog-Eintrag von Blogger A aufgreift. Jeder der jetzt den Blog-Eintrag von Blogger A liest, kann auch erkennen, daß es einen weiteren Blog-Eintrag zum selben Thema gibt, nämlich den von Blogger B. Bei MSN beschränkt man sich darauf, eine entsprechende URL bereitzustellen, auf die kurze Zusammenfassung des zweiten Eintrags die dann im Appendix des ersten Eintrags auftauchen würde, hat man verzichtet. Auf URL-Basis ist es allerdings möglich, auch in den MSN Spaces mit Trackbacks zu arbeiten. Nur: keiner nutzt die Funktion.

Dies hat meiner Ansicht nach im wesentlichen zwei Gründe. Erstens gibt es in den deutschsprachigen MSN Spaces Blogs wenig bis keine Inhalte, die eine Weiterverbreitung (oder größere Diskussionen) sinnvoll erscheinen lassen würden. Zweitens ist die Idee, Blogs als Netzwerk zu verstehen, über welches Informationen nicht nur bereitgestellt, sondern auch verbreitet und weitergedacht werden, noch nicht bei der Mehrheit der MSN Blogger angekommen. Entweder man hat noch nichts davon gehört, daß der Begriff "Gegenöffentlichkeit" heute oft mit Weblogs assoziiert wird oder man hat einfach grundsätzlich nie etwas von dem Konzept der "Gegenöffentlichkeit" gehört.

Unbekannt sind bei MSN Spaces Bloggern auch Anbieter wie Technorati, Suchmaschinenbetreiber die sich auf Weblogs spezialisiert haben. Allein Technorati hat zur Zeit 14 Millionen Blogs indiziert. Natürlich gibt es dort auch ein Ranking, je mehr Links es gibt, die auf ein Blog verweisen, desto höher steht es im Ranking. Es geht hier also erst mal um ein rein quantitatives, nicht zwangsläufig qualitatives Ranking. Dennoch sagt dieses Ranking natürlich schon etwas darüber aus, wie beliebt und bekannt ein Blog ist. Unter den Top100 Blogs befindet sich gerade mal zwei die bei MSN Spaces gehostet werden, nämlich ein Taiwanischer und ein in Englisch gehaltener. Immerhin acht Blogs werden bei Konkurrent Google (blogspot.com) gehostet. Der Rest sind in der Regel Blogs mit eigener Domain.

In meiner Blogroll finden sich neben den MSN Spaces die ich lese nun einige Blogs, die auch unter die Top100 bei Technorati fallen, darunter natürlich auch die Mutter aller Blogs, das Boing Boing Blog. Allerdings wird bei Technorati in den oberen Rängen kein einziges deutschsprachiges Weblog gelistet. Es gibt aber natürlich eine recht breite und produktive deutsche Blog Community, die Mehrzahl der Links in meiner Blogroll verweist auf solche deutschen Blogs, die ich persönlich gerne lese. Es sei jedem der Blogs bisher nur bei MSN liest empfohlen, sich einige dieser Blogs anzusehen. Einfach nur um mal zu sehen, daß es auch jenseits der weitgehend isolierten MSN Spaces Welt auch noch andere Blogs gibt.

Links:

- Definition Blogroll
- Definition Blogosphere
- Definition Trackback
- Definition Gegenöffentlichkeit
- Definition Technorati

Donnerstag, März 17, 2005

Blog-Hype hält an

Na das mußte ja kommen. Nachdem Google sich mit blogger.com den größten Blogging-Provider der Welt einverleibt hatte und MSN Ende letzten Jahres mit seinen "MSN Spaces" nachgezogen hat, will nun auch der Dritte im Bunde, Yahoo, Ende März einen kostenlosen Blogging Dienst anbieten. Ähnlich wie bei Googles Emaildienst Gmail sollen aber zunächst nur einige wenige den Dienst nutzen können, die dann ihrerseits wieder andere zur Benutzung des Dienstes einladen können.

Auch die Korrespondenten des "Handelsblatts" werden in Zukunft ihre eigenen Blogs führen. Wie der SPON berichtet, wird künftig aus nahezu allen Regionen der Welt via Blog berichtet. Unytpisch für Blogs sollen die Einträge allerdings den "Umfang eines Seite-Eins-Aufmachers" (SPON) erreichen. Man wolle in erster Linie die Weitläufigkeit des eigenen Korrespondenten-Netzwerkes demonstrieren, so das "Handelsblatt".

Entgegen zahlreichen Unkenrufen, der Blog-Hype habe 2004 bereits seinen Zenit überschritten, schießen also weiter immer mehr Blogs aus dem Boden. Laut einer Studie des "Pew Internet and American Life Projects" lesen inzwischen 27% der us-amerikanischen Internet-User Weblogs und 7% führen selbst einen. Allerdings wissen auch 62% immer noch nicht, was ein Blog überhaupt ist.

Montag, März 07, 2005

Nordkorea zofft sich mit Boing Boing

Ein Flashfilmchen der "Korean Friendship Association" wurde zum Spotobjekt des legendären Boing Boing Blogs. Im Film wird eine Nordkorearundreise angepriesen, um das Land besser kennenzulernen. Die Flash-Animation, von einem Spanier erstellt, wirkt dabei absolut trashig. Aneinandergepappte Propaganda- und Landschaftsfotos werden mit koreanischer Popmusik unterlegt. Auf einer Landkarte ruckelt ein kleines rotes Flugzeug die Flugroute ab, wobei immer noch ein wenig Motorengeräusche durchklingen. Boing Boing lästerte denn auch gleich über den "Totalitarian tourism".

Da Boing Boing jedoch ein viel besuchter Blog ist und sich in kurzer Zeit viele Besucher den verlinkten Flashfilm ansehen wollten, brach die Nordkoreanische Website zusammen, der Film wurde schließlich von der Seite genommen und über die Fremdverlinkung geschimpft. Schließlich bot Boing Boing den Film auf der eigenen Seite an und startete eine Verbreitung in Tauschbörsen wie Bit Torrent. Dadurch kommt jetzt jeder der will in den Genuß dieser Tourismuswerbung der etwas anderen Art *lol*.

- Blog-Eintrag zum Thema bei Boing Boing
- Die Flash-Animation zum Download bei Boing Boing
- Website der Korean Friendship Association (KFA)
- Telepolis-Artikel zum Thema

Freitag, Dezember 31, 2004

Joi Ito über die Möglichkeiten von Blogs

"... Weblogs betrachtet Ito als exzellent für die Meinungsbildung, weil sie ein Mittelding darstellen zwischen reinen statischen Websites, auf denen man Besucher nur schwer halten könne, sowie Mailinglisten, die immer wieder die Aufmerksamkeit der Nutzer überstrapazieren würden. Die Online-Journale entsprächen dagegen mit ihren einfachen Schnittstellen für das Hochladen von Inhalten sowie standardisierten Möglichkeiten zur 'Content-Syndication' der 'traditionellen Ethik des Internet'. Vor allem die Trackback-Funktion, mit der Blogger ihre Einträge gegenseitig weitgehend automatisch verlinken, haben laut Ito 'den Internet-Diskurs komplett verändert.' Die Online-Kommunikation gestalte sich nun wie bei einer Cocktail-Party: Wenn etwas interessant sei, werde es sofort in die allgemeine Konversation aufgenommen. Uninteressante Beiträge würden einfach ignoriert..."

Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/54686

Montag, Dezember 27, 2004

Blogs bei MSN Spaces -- annehmbar oder nicht?

(eine Antwort auf die Kommentare zum Beitrag "Teenager als Hauptzielgruppe für MSN Spaces?")


Quote: "Es ist leicht andere Menschen mit klugen, hochgestochenen Worten und sei es mit denen anderer, wirklich kluger Köpfe."

*lacht* "Es ist leicht andere Menschen..."? Da fehlt doch mindestens noch ein Verb, damit der Satz Sinn ergibt. Aber ich will nicht kleinlich sein, ich kann mir ja ausmalen, was es heißen sollte :D.


Quote: "Ich finde Dich, wie Du Dich präsentierst herablassend, und gleichzeitig interessant."

Arroganz ist neben Sarkasmus das Stilmittel schlechthin, um ein wenig zu provozieren. Und Provokation / Sarkasmus tut manchmal ganz gut, um einen Mißstand aufzuzeigen. Und das Niveau auf dem sich die Mehrheit der Blogs bei MSN inhaltlich befinden, ist wirklich ein Mißstand. Um zu dieser Erkenntnis zu gelangen, muß man nicht zwangsläufig hochmütig sein, es reicht auch eine nüchterne Bestandsaufnahme. Aber mit der allein eckt man nirgendwo an, animiert man niemanden zum Nachdenken oder zum Kommentieren.


Quote: "... die einkaufen gehen, gerne fotos machen, zum frühstück zeitung lesen..."

Wogegen ja auch nichts einzuwenden ist. Blogging kann -- unter anderem -- auch bedeuten, ganz alltägliche Erlebnisse festzuhalten. Schließlich passieren einem im Alltag manchmal kuriose Dinge, die auch für Dritte unterhaltsam sind. Oder man reflektiert kurz über das Verhalten von Mitmenschen, die man während des Tages getroffen hat. Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, wie scheinbar ganz banale Vorgänge und Gedankengänge so zu Papier gebracht werden können, daß sie auch für andere interessant und/oder unterhaltsam sind. Die Frage ist: Passiert das auch bei den Blogs, die man hier bei MSN Spaces finden kann? Ich persönlich sehe da im Moment nur sehr wenig Licht.

Alternativ kann man natürlich seinen Blog als reinen "Egotrip" schreiben, wo es einem gänzlich egal ist, ob das noch irgend jemand anderen interessiert oder unterhält. Das ist legitim und durchaus auch Praxis. Doch wenn man den Blog dann öffentlich macht, muß man dann trotzdem damit rechnen, daß Dritte sich zu dem Verfaßten äußern.


Quote: "... und trotzdem ca. 100 seitenbesucher pro tag haben..."

Na ja, die Anzahl der Seitenbesuche als solche sagt wenig aus. Selbst wenn man 1000 oder 10.000 Besucher pro Tag auf seinem Blog hat, erlaubt das ja keine Rückschlüsse auf die Qualität des Inhalts. Tausende Bundesbürger lesen täglich die Bild-Zeitung. Und, belegt dieser Umstand, daß die Bild eine qualitativ hochwertige, lesenswerte Tageszeitung ist?


Quote: "Hmm, die gute alte Provokationstaktik funktioniert immer noch."

Siehe oben. Selbst wenn man die Polemik von meinem Beitrag subtrahiert, bleibt immer noch ein Rest an glatter Tatsachenfeststellung. Sonst klick dich doch einfach mal durch die neuen und aktualisierten Blogs und sag mir, daß du dabei nicht das Grauen kriegst (oder zumindest vor Langeweile gähnst) :D.

Ich sag ja auch nicht, daß mein Blog nun die pure Weisheit oder das pure Entertainment ist. Für klassische Blogs sind einige meine Einträge sicherlich schon wieder zu lang. Aber ich find das halt besser als den umgekehrten Fall, wo man dann fast nichts zu lesen hat und das wenige dann nicht mal einen informativen Charakter hat.


Quote: "Vielleicht sind die etwas älteren Semester zurückhaltender und machen nicht alles jedem zugänglich."

Hm, du meinst die wirklich guten Blogs kriegt man gar nicht zu lesen, weil sie nicht öffentlich sind, sondern höchstens einem kleinen Kreis von Eingeweihten zugänglich gemacht werden? Das kann natürlich sein, aber im Gegensatz zum Tagebuch schreiben ist der Grundgedanke beim Blogging ja gerade, daß man das Verfaßte auch öffentlicht macht. Es wäre schade, wenn du recht hast und die wirklich gut geschriebenen Blogs irgendwo ein einsames Dasein im Dunkeln fristen.

Sonntag, Dezember 26, 2004

Teenager als Hauptzielgruppe für MSN Spaces?

Gehe ich die aktualisierten und neu eingerichteten Blogs bei MSN Spaces durch, sind die Inhaber über den Daumen gepeilt zu 70% zwischen 15-17 Jahre. Wie kommt das? Wird MSN Spaces inzwischen auch bei MTV TRL gezielt beworben? Gib's n Jamba-Update welches MSN Spaces empfiehlt? Oder haben Teenager unterm Strich ganz einfach mehr Zeit für solche Spielereien wie Blogs?

Ich meine, 17 ist keineswegs das Durchschnittsalter der internationalen Blogger Community, das scheint schon eine MSN eigene Erscheinung zu sein. Ansich ist gegen dieses Phänomen ja auch nichts einzuwenden. In Zeiten, in denen Pisa grassiert, wäre es eigentlich positiv, wenn die Kids wenigstens im Web etwas mehr schreiben und kreativ werden. Wenn das Ganze dann aber doch wieder nur im SMS-Slang passiert und bunte Smileys und Schrifttypen im Vordergrund stehen, ist es doch nur wieder die Fortsetzung des Grauens mit anderen Mitteln.

Verzweifelt war ich auf der Suche nach Blogs bei MSN, die ich hier als Favoriten verlinken und empfehlen kann. Allerdings ohne Erfolg, ich habe nicht einen einzigen Blog gefunden, der mir wirklich zusagte. Dabei sind meine Vorstellungen gar nicht so utopisch, ich meine, es geht hier nicht um die Entdeckung eines künftigen Nobelpreisträgers. Aber über den obligatorischen Dreizeiler sollte man vielleicht schon hinaus kommen.

Na ja, MSN Space ist ja noch Beta, vielleicht schafft es wenigstens eine handvoll Blogs auf ein Level, auf dem man überhaupt mal etwas zu lesen findet (und nicht nur Fotogalerien, Smileyketten und "gestern war ich einkaufen" Statements).

Mittwoch, Dezember 22, 2004

Die deutsch-asiatische MSN Blogger Community

Sieht man sich die Liste mit den aktualisierten und neu eingerichteten deutsprachigen MSN Spaces an, dann fällt auf, daß der Anteil bilingualer deutsch-asiatischer Blogs überdurchschnittlich hoch zu sein scheint. Hier einige Beispiele:

Überwiegend handelt es sich hier um Studenten aus China und Japan, die zur Zeit in Deutschland studieren. Bleibt die Frage, warum gerade diese Gruppe so "blogstark" ist. Vermutlich hat es etwas mit der Kommunikationskultur zu tun und auch mit einer überdurchschnittlich hohen Aufgeschlossenheit gegenüber technischen "Gimmicks" (man bedenke z.B., daß in Japan bereits UMTS eingeführt und erfolgreich vermarktet wurde, als es hier in Europa noch darum ging, welcher Anbieter wie viel für eine Lizenz zahlt).

Ein weiterer Grund könnte aber natürlich auch sein, daß die asiatischen Gaststudenten hier in Deutschland etwas isoliert und nicht wirklich integriert sind, daß sie sich einsam und fremd fühlen. Das ist rein spekulativ, aber so abwegig nun auch wieder nicht. Über das Web ist es einfacher Kommilitonen zu finden, die aus dem gleichen Land und Kulturkreis stammen wie man selbst (und sich in derselben Situation befinden). Das spiegelt sich auch in den Blogs wieder: Deutsch-asiatische Blogeinträge werden vorwiegend von anderen deutsch-asiatischen Bloggern kommentiert. Es bildet sich jeweils eine Art deutsch-chinesische und deutsch-japanische virtuelle Blogger-Community. In der Fremde rückt man näher zusammen, das ist ein natürlicher Prozeß und das Internet vereinfacht die Schaffung eines entsprechenden Netzwerks.

Das Trackback Elend

Heute habe ich zum ersten Mal versucht die Trackback-Funktion zu nutzen, die MSN Spaces hier bereit stellt. Ich habe versucht mittels Trackback-URL auf andere Einträge in anderen Blogs zu verweisen. In dem anderen Blog wird dann im entsprechenden Eintrag angezeigt, daß ich von meinem Blog aus auf ihn verweise. Ansonsten weiß der Besitzer des anderen Blogs ja gar nichts davon, daß ich einen seiner Einträge in einem meiner (themennahen) Einträge verlinkt habe.

Allerdings lief das nicht richtig, wenn die Trackback-Funktion korrekt freigeschaltet ist, erscheint unter jedem Eintrag eigentlich ein Verweis auf die jeweilige Trackback-URL ("Der Trackback-URL für diesen Eintrag ist"). Wenn ich also einen anderen Blogger trackbacke geht das nur unter der Voraussetzung, daß er bei sich in den Einstellungen die Trackback-Funktion aktiviert, was aber kaum jemand macht. Denn die Standardeinstellung legt fest, daß Trackback-Links nur auf andere MSN Blogs verweisen dürfen. Und das müßte eigentlich auch reichen, geht aber trotzdem nicht. Obwohl ich bei mir selbst Trackback aktiviert habe, steht unter keinem meiner Beiträge der Verweis auf die Trackback-URL (die mit "trak" endet). Somit kann niemand auf einen meiner Beiträge verweisen, weil es keine Trackback-URL gibt. Und ich kann umgekehrt auch auf keinen Blogeintrag eines anderen Bloggers verweisen, wenn es dort auch keine Trackback-URL gibt.

Optional könnte ich die Aktivierung noch weiter ausdehnen und auch Trackbacks aus anderen Blogs (außerhalb von MSN Spaces) zulassen. Wobei die eingeschränkte Aktivierung eigentlich ausreichen sollte.

Nachtrag: Okay, es scheint jetzt zu gehen, allerdings wird bei der Einstellung "Trackbacks von anderen MSN Spaces zulassen" weiterhin die Trackback-URL nicht angezeigt, sie existiert allerdings ("entry" in der Permalink-URL durch "trak" ersetzen). Bei der Einstellung "Trackbacks von öffentlichen Websites zulassen" wird die Trackback-URL dagegen korrekt am Ende eines Eintrages angegeben.